Leichtathletik WM
Dietzsch, Onnen und Kappler ohne Mühe im Finale

Ohne Mühe haben Diskuswerferin Franka Dietzsch, Hochspringer Eike Onnen und Weitspringerin Bianca Kappler das Finale bei der Leichtathletik-WM in Osaka erreicht. Auch Tina Kron ist über 400m Hürden eine Runde weiter.

Diskuswerferin Franka Dietzsch will am Mittwoch den nächsten Superlativ mit ihrem Namen verbinden und mit dem dritten Gold zur WM-Rekordsiegerin im Diskusring werden. Ähnlich locker wie die enorm selbstbewusst wirkende Neubrandenburgerin mit der besten Weite der Konkurrenz (65,17m) in der Qualifikation auftrumpfte, meisterten auch Hochsprung-Mitfavorit Eike Onnen (Hannover/2,29m) und die über sich hinaus wachsende Bianca Kappler (Rehlingen) mit einem 6,85-m-Weitsprung die Hürde vor dem Finale.

"Jetzt fühle ich mich super, das Finale kann kommen. Es stört nur der Ruhetag dazwischen", meinte die Neubrandenburgerin, die am Mittwoch als WM-Rekordteilnehmerin (neun Starts seit 1991) auch als alleinige Rekord-Siegerin vor Martina Hellmann-Opitz (1983/87) in die WM-Annalen eingehen will. Dabei wird sie auch wieder betreut von Trainer Dieter Kollark, der am Montag wegschaute.

"Ich will Franka in der Qualifikation nicht nervös machen durch meine Art, auf sie einzuwirken. Bei der WM 2003 und Olympia 2004 ist sie rausgeflogen, als ich dabei war. Und wenn ich fehlte, hat es zuletzt immer bei ihr geklappt", sagte Kollark, der vor dem Finale nun überzeugt ist: "Franka macht dort ihr Ding. Wenn sie 67 Meter wirft, ist sie wohl kaum zu schlagen", sagt Kollark, dessen Ass 68,06m als Saisonbestleistung verzeichnet.

Doch in der Qualifikation machte es die Titelverteidigerin ein bisschen spannend. Denn sie zog im ersten Versuch eine Niete, statt auf Anhieb die für den Finaleinzug geforderten 61,50m zu schaffen. "Die 57,13m haben mich nicht irritiert. Ich war mir sicher, dass der Zweite sitzt", meinte die Europacupsiegerin, deren Achillessehnenprobleme sich im Trainingslager Shibetsu offenbar endgültig erledigten.

Onnen der Geheimtipp

Eike Onnen meisterte im Gegensatz zum gescheiterten Titelverteidiger Juri Krymarenko (Ukraine) die gefordeten 2,29m bei seiner WM-Premiere im ersten Versuch und quittierte das Ergebnis mit einem lauten Jubelschrei. Nur über 2,26m musste der 25-Jährige zweimal anlaufen. Der Hannoveraner, der wegen seiner Nervenstärke als deutscher Geheimtipp gilt, sagte: "Wenn ich bis zum Finale wieder ausgeruht bin, wird es ein Kampf um die Medaillen. Ich denke, Gold geht hier bestenfalls mit 2,36m weg. Wenn ich meine Bestleistung von 2,34m springe, bin ich vorne dabei."

Mit der viertbesten Weite zog Bianca Kappler ins Weitsprung-Finale am Dienstag ein. Die Rehlingerin sprang 6,85m, nur bei ihren 6,90 Anfang Juli in Bad Langensalza flog die 30-Jährige jemals weiter. Allerdings wehte da der Wind mit 1,9m/s stark von hinten, dieses Mal waren es lediglich 0,1m/s. Darum meinte die Olympianeunte auch: "Das war heute der beste Sprung meiner Karriere. Jetzt kann ich im Finale befreit aufspringen. Es scheint, mein Trainer hat mich auf den Punkt topfit gemacht."

Klüft verzichtet auf Weitsprung

Als Beste der Ausscheidung sprang Hallen-Europameisterin Naide Gomes (Portugal) 6,96m. Dagegen scheiterte Ex-Weltmeisterin Eunice Barber (Frankreich) nach dem Verzicht auf den Siebenkampf mit 6,51m. Zwölf Stunden nach WM-Hattrick und Europarekord von 7 032 Punkten verzichtete Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft auf den Start.

Von drei anderen kam nur die deutsche Vizemeisterin Tina Kron (Saarbrücken) weiter, die über 400m Hürden als Vorlaufvierte in 57,28 Sekunden das Halbfinale am Dienstag erreichte. Dagegen blieb die deutsche Meisterin Ulrike Urbansky (Erfurt) trotz besserer Zeit als Siebte ihres Rennens in 56,76 Sekunden auf der Strecke. Im Diskuswerfen scheiterte Nadine Müller (Halle/Saale) mit schwachen 55,98m, die sie in den beiden weiteren Durchgängen nicht überbieten konnte.

© SID

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