Leichtathletik WM
DLV hofft in Osaka auf zwei Gold-Medaillen

Heute beginnen in Osaka die elften Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Der DLV hat mit Diskus-Werferin Franka Dietzsch und Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll zwei große Gold-Chancen im Rennen.

Das Warten hat ein Ende, heute starten die 11. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka. Allerdings liegt über dem Nagai-Stadion neben der feuchtheißen Hitze auch ein permanenter Dopingverdacht als Schatten. In Osaka kämpfen an neun Tagen die Rekordzahl von 2003 Athleten aus 203 Ländern um 47 Titel. Für den Knalleffekt könnte am Sonntag im Duell zwischen Jamaikas Star Asafa Powell und Tyson Gay (USA) ein 100-m-Weltrekord sorgen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hofft auf mindestens sechs Medaillen und hat zum Auftakt im Kugelstoßen drei Asse im Ärmel.

"Wir wollen mindestens eine mehr als 2005 in Helsinki", sagt Cheftrainer Jürgen Mallow, der von allen Seiten Lob erntete für die ausgezeichnete Wahl des klimatisch günstig gelegenen Trainingslagers auf Japans Nordinsel Hokkaido. "Das beste, was ich in alle den Jahren erlebte", lobte selbst der sonst so kritische Erfolgstrainer Dieter Kollark, der mit WM-Rekord-Teilnehmerin Franka Dietzsch, zweiter deutscher Trumpf neben Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll auf deren drittes Diskus-Gold hofft. Mallow: "Wir wollen auch nächstes Jahr vor Olympia in Peking zur Vorbereitung nach Shibetsu und sind guter Hoffnung, dass das klappt."

Kleinert selbstsicher wie selten

Selbstsicher wie selten präsentierte sich vor dem Finale am Sonntag die Olympiazweite Nadine Kleinert. "Von mir aus könnte es jeden Augenblick losgehen. Ich bin heiß auf die WM. Ich habe nach dem Virus fünf Wochen sehr gut trainiert, war dann in Wattenscheid schon stark, aber das war noch nicht alles", meinte die Magdeburgerin, die sich vor dem internen Duell mit der nervös wirkenden EM-Dritten Petra Lammert (Neubrandenburg) "als alte Dame noch nicht vom Thron gestoßen" sieht.

Bereits am Samstag will Lammerts Klubkamerad Ralf Bartels (ebenfalls Neubrandenburg) ähnlich wie bei der WM 2005 die Bronze-Marke treffen. Zu Gold wie bei der EM 2006 scheint der Europameister nicht in der Lage, nachdem ihm Ellbogenprobleme lange zu schaffen machten. "Ich gebe keine Prognose ab, denn dann geht es immer schief", meinte der 29-Jährige. Dagegen scheint Europacupsieger Peter Sack (Leipzig) mit schmerzender Schulter weit von seiner 21-m-Form entfernt, strahlt wenig Zuversicht aus.

Siebenkämpferinnen bei 35 Grad "heiß" auf persönliche Bestleistungen

Mit Eiswesten werden die deutschen Siebenkämpferinnen angesichts erwarteter Temperaturen um 35 Grad Celsius in die Arena steigen. "Wir hoffen alle auf persönliche Bestleistungen und könnten mit den Plätzen sechs bis acht zufrieden sein", sagt die Weltranglisten-Vierte Jennifer Oeser (Leverkusen) und schraubt die Erwartungen eher tief. Am ehesten in die Nähe einer Medaille könnte neben ihr die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf (Paderborn) vordringen, kaum Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg). Auf ihr drittes WM-Gold in Serie darf Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft hoffen.

Bestens auf das Hammerwurf-Finale am Montag vorbereitet fühlt sich auch Markus Esser (Leverkusen), der nach knapp verpasstem Bronze bei EM und WM "nicht wieder mit 79,90m Vierter werden will. Einen Aufwärtstrend zeigte zuletzt der Weltranglisten-Siebte Robert Harting (Wattenscheid), der am Sonntag zur Qualifikation in den Diskusring tritt. Dagegen scheint die Hoffnung von Michael Möllenbeck auf ein drittes WM-Bronze dahin. Der WM-Start des an den Adduktoren verletzten Wattenscheiders scheint gefährdet.

Im 20-km-Gehen hofft Andre Höhne auf eine ähnlich starke Leistung wie beim vierten WM-Rang 2005. "Wir haben gut trainiert in der Höhe. Aber bei uns gehört immer etwas Glück dazu", sagt Bundestrainer Ron Weigel. Das Gehen ist um sieben Uhr Auftakt des zweiten WM-Tages, der 100-m-Lauf soll zum großen Finale werden. Dabei hoffen Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) und dem Jahres-Weltbesten Tyson Gay (USA) kommt. Beide wollen ihre erste internationale Medaille und den Rekord. Für ihn gäbe es 100 000 Dollar Prämie, für Gold allein 60 000. Silber ist 30 000 und Bronze 20 000 wert.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%