Leichtathletik WM
DLV nominiert Friedek ins nun 92-köpfige WM-Team

Zwölf Tage vor Beginn der Leichtathletik-WM in Berlin hat der Deutsche Leichtathletik-Verband sein Aufgebot auf 92 Athleten erhöht. Neu dabei ist auch Dreispringer Charles Friedek.

Der Leverkusener Ex-Weltmeister Charles Friedek und das neue Traumpaar Sebastian Bayer/Carolin Nytra stehen im 92-köpfigen deutschen Team für die Leichtathletik-WM in Berlin (15. -23. August). zwölf Tage vor Beginn der Titelkämpfe nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Montag sehr großzügig 18 Athleten nach. Größte Sieghoffnungen sind Marathonläuferin Irina Mikitenko (Wattenscheid) und Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Frankfurt).

"Unser Ziel sind sieben Medaillen wie 2007 in Osaka. Ob wir es trotz besserer Weltranglisten-Platzierungen als in den letzten Jahren erreichen, ist eine andere Sache", sagt DLV-Präsident Clemens Prokop. Vor zwei Jahren gab es in Japan zwei Siege, zweimal Silber, dreimal Bronze, ähnlich wie bei der Heim-WM 1993 in Stuttgart (2-2-8). Prokop: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Ergebnis besser wird als beim einzigen Olympia-Bronze 2008 in Peking."

Der vor dem Karriereende stehende Dreispringer Friedek wurde trotz zweimal knapp verfehlter Norm (mit 16,97m und 16,95m) nachbenannt. "Darauf hatte ich gehofft. Ich bin gut drauf und werde bei meinem letzten großen Wettkampf alles geben", meinte der 37-Jährige. Carolin Nytra hat mit ihren 12,78 Sekunden über 100m Hürden als 13. der Weltrangliste bessere Finalchancen. Ihr Freund Sebastian Bayer, mit 8,49m Weltranglisten-Vierter im Weitsprung, hatte schon am 7. Juli zum Kreis von 74 Nominierten gezählt.

Auch U20-Weltmeister Storl dabei

Sechs wurden wie Nytra mit erreichter Norm nachberufen. Dies waren nach 6,83m im Weitsprung die Weltranglisten-Zehnte Melanie Bauschke (Berlin), mit 83,46m im Speerwerfen Tino Häber (Leipzig/11.), im Diskuswerfen Markus Münch (Wedel/Pinneberg) nach 64,90m, ebenfalls als 18. der bereinigten Weltrangliste (drei Athleten pro Nation) im Kugelstoßen U20-Weltmeister David Storl (Chemnitz/20,43), über 200m der Jenaer Robert Hering (20,41/21.) und im Zehnkampf Moritz Cleve (8 004/25.)

Der Wattenscheider rückte nun ins Team für den verletzten Weltranglisten-Zweiten Michael Schrader (Uerdingen/8 522), dessen Ausfall die Zahl der Nominierten auf 73 verringert hatte. Bereits automatisch war am 10. Juli Ersatzmann Björn Otto (Uerdingen) im Stabhochsprung für den verletzten Leverkusener Tobias Scherbarth ins Team gekommen. Nicht qualifiziert hatten sich die früheren 6-m-Springer Tim Lobinger (München) und Danny Ecker (Leverkusen).

Ohne voll erfüllte Norm rückten 800-m-Läufer Robin Schembera (Leverkusen), 5 000-m-Läufer Arne Gabius (Tübingen), Hindernisläufer Steffen Uliczka (Kronshagen/Kiel), Weitspringer Nils Winter (Referenznetzwerk Leverkusen), bei den Frauen 800-m-Läuferin Jana Hartmann (Dortmund) und Hochspringerin Meike Kröger (LG Nord Berlin) ins Team.

Gold-Hoffnungen ruhen auf Friedrich und Mikitenko

In den Staffeln wurden nachnominiert: 4x100 Meter Daniel Schnelting (LAZ Rhede), 4x400 Meter Kamghe Gaba (LG Frankfurt), bei den Frauen über 4x100 Meter Katja Wakan (TV Wattenscheid), über 4x400 Meter Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt) und Florence Ekpo-Umoh (Erfurter LAC).

Neben Ariane Friedrich und Irina Mikitenko ist auch Christina Obergföll (Offenburg) im Speerwurf Nummer eins der Weltrangliste. Auch angesichts ihres Leistungstief werden Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) derzeit höhere Medaillenchancen eingeräumt.

Auf Edelmetall hoffen dürfen auch Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting (Berlin) und Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler (LG Frankfurt). Als Titelverteidigerin erhielt auch Diskuswerferin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) eine Wildcard des Weltverbandes Iaaf, gilt jedoch nicht als Medaillenanwärterin.

Alle vier Staffeln wurden nominiert, von 43 Einzeldisziplinen blieben neun unbesetzt. Bei den Männern 100, 400, 10.000m, bei den Frauen 100, 200, 400, 1 500, 5 000 und 400m Hürden.

© SID

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