Leichtathletik WM
Friedrich holt Bronze, Bolt wieder fabelhaft

Usain Bolts Sturmlauf zum zweiten Weltrekord riss am sechsten Tag der Leichtathletik-WM in Berlin 57 937 Menschen im fast ausverkauften Olympiastadion von den Sitzen. In 19,19 Sekunden rückte der Superstar aus der Karibik dreieinhalb Stunden vor seinem 23. Geburtstag bei Jamaikas fünftem WM-Gold die 200m-Traumgrenze in Reichweite. Doch als Gold-Favoritin Ariane Friedrich im Hochsprung mit 2,02m nur Bronze blieb, stand Entsetzen in vielen Gesichtern.

Die siebte deutsche Medaille verpasste im Zehnkampf ihr Klubkamerad Pascal Behrenbruch (8 439) als Sechster um 89 Zähler.

"Ich hatte mir eine Medaille gewünscht, ich habe sie. Aber natürlich hätte ich gerne gewonnen", meinte Ariane Friedrich, die 2,02m erst im dritten Versuch meisterte, dann zunächst zweimal an jenen 2,04m scheiterte, die Kroatiens Titelverteidigerin Blanka Vlasic überwand. Die 2,06m, mit denen die Hallen-Europameisterin an der Spitze der Weltrangliste steht, riss sie dann hauchdünn.

Zum verdienten Beifall zeigte sie glückliche Miene. Hinter Vlasic (2,04), die sich noch dreimal am Weltrekord von 2,10m vergeblich versuchte, gewann die Russin Anna Tschitscherowa höhengleich mit Friedrich Silber.

Traumzeit trotz Müdigkeit

"Ich bin Doppel-Weltmeister, das ist einfach Wahnsinn. Ich war ein bisschen müde, aber habe versucht, was noch möglich ist", meinte Bolt, der bei 0,3m Gegenwind zur Traumzeit lief. Am Tag nach seinem 23. Geburtstag kann Bolt das Weltrekord-Triple von Olympia am Samstag mit dem Jamaika-Quartett wiederholen. Sportgeschichte hat er schon jetzt geschrieben, denn er konnte als erster bei Olympia und der WM jeweils 100- und 200-m-Gold gewinnen.

Die 19-Sekunden-Mauer hielt Bolt, der Samstag mit dem Jamaika-Quartett über 4x100 m das Gold-Triple von Olympia in Peking auch in Berlin perfekt machen kann, noch einmal Stand. "Nur eine Frage der Zeit, bis er das schafft", ist Namibias Ex-Weltmeister Frankie Fredericks sicher. Exakt ein Jahr zuvor hatte der damals 21-Jährige in Peking in 19,30 den Fabel-Weltrekord von Michael Johnson (USA/19,32) geknackt.

Bolts große Geburtstags-Sause fällt aber wohl aus, auch wenn der Superstar mit seinen bisher 320 000 Dollar Sieg- und Rekordprämie das ganze Stadion zu Freibier einladen könnte. "Eine Party ist nicht geplant. Ich habe den Tag zwar für mich frei, aber ich kann nicht viel feiern, Samstag ist schon das Staffel-Rennen", sagte Bolt, der im Vorlauf am Freitag nicht antreten wird.

Auch Walker und Brathwaite dürfen jubeln

Vor Bolts Lauf hatte 400-m-Hürden-Olympiasigerin Melaine Walker in weltrekordnahen 52,42 Sekunden Jamaikas viertes Gold geholt. Sensationell gewann nach dem verletzungsbedingten Halbfinal-Aus von Kubas Olympiasieger und Weltrekordler Dayron Robles der wenig bekannte Ryan Brathwaite in 13,14 Gold für Barbados. Mit Robles schieden auch das deutsche Duo Alexander John (Leipzig) und Helge Schwarzer (Hamburg) aus.

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