Leichtathletik WM
Heidler holt Hammer-Gold, Gay siegt auch über 200m

Hammerwerferin Betty Heidler hat am Donnerstag die zweite Goldmedaille für den DLV bei der Leichtathletik-WM in Osaka geholt. Nach seinem Sieg über die 100 Meter sicherte sich Tyson Gay (USA) auch den Titel über 200m.

Mit Gold im 24-Stunden-Takt haben die Werferinnen die deutsche Leichtathletik zurück auf die Siegerstraße gebracht. "Ein Traum wurde wahr", meinte Hammerwerferin Betty Heidler (LG Frankfurt), die Maßarbeit leistete, als sie mit 74,76m Kubas Olympiasiegerin Yipsi Moreno um zwei Zentimeter schlug. Im gleichen Ring hatte Franka Dietzsch (Neubrandenburg) am Vortag ihren dritten Diskus-Coup gelandet. Am Freitag könnten die Speere von Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) und Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) den Triumphzug der deutschen Frauen mit dem dritten Gold und den Medaillen Nummer fünf und sechs krönen.

Gay siegt auch über 200 Meter

Tyson Gay stieg über 200 Meter vier Tage nach dem 100-m-Triumph über Weltrekordler Asafa Powell mit dem sechsten US-Gold endgültig zum neuen Sprinterstar auf. In 19,76 Sekunden schlug der Amerikaner bei 0,8m Gegenwind auch Jamaikas zweiten Star Usain Bolt (19,91) und könnte am Samstag mit der 4x100-m-Staffel den goldenen Hattrick landen. Dies hatte 1999 nur US-Landsmann Maurice Greene geschafft. "Ich war noch zu müde, das war noch kein Rennen für die Hall of Fame", meinte der 25-Jährige.

Saladino gewinnt Weitsprung, Reif geht leer aus

Den Weitsprung-Titel entriss Panamas Favorit Irving Saladino im letzten Versuch mit 8,57m noch Italiens Europameister Andrew Howe (8,46). 400-m-Hürden-Gold für Australien holte Jana Rawlinson, die 2003 in Paris noch als Jana Pitman gesiegt hatte, vor Russlands Weltrekordlerin Julia Petschonkina.

"Das war heute mein Glückstag", waren die ersten Worte, die Betty Heidler ins Mikrofon hauchte. Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation von 2005 war es jedoch vor allem Nervenstärke, die die 23-Jährige nach zweijähriger Zusammenarbeit mit einer Psychologin auszeichnete. "Mein erster Wurf ging leider ins Aus. Doch ich war mir sicher, dass der zweite sitzt. Am Ende hatte ich bis zuletzt nur Angst vor dem Konter von Moreno." Der letzte Wurf der Kubanerin hatte ihr bei Olympia in Athen noch Bronze entrissen.

Der Spruch auf der Deutschland-Fahne war Programm geworden für die gebürtige Berlinerin, die vor fünf Jahren der Hammerwurf-Karriere wegen nach Frankfurt gewechselt war. "Betty lass den Hammer fliegen" prangte in großen Lettern auf der Flagge, die ihre Eltern im Stadion entrollt hatten.

"Das ist ergreifend. So eine Situation hat man nicht oft im Leben. Ein Moment, auf den man Jahre hofft", entfuhr es Trainer Michael Deyhle in der Stunde des Triumphes. Für ihn hat "Betty bewiesen, dass sie zu den Besten gehört. Aber das war noch nicht alles", meinte der seit 2002 mit der Polizeimeisterin zusammenarbeitende Frankfurter. Betty Heidler bestätigte: "Ich denke schon mal an den Weltrekord."

Dieser war zuletzt eine rein russische Angelegenheit, doch die Dopingsuspendierung von Tatjana Lysenko, deren Marke bei 78,61m steht, muss Russlands Star-Ensemble wie ein Schock getroffen haben. In Osaka brachte Jelena Konewtsewa als Fünfte nur 72,45m zu Stande. Ex-Weltrekordlerin Gulfina Chanafejewa war mit 69,08 im Vorkampf und Titelverteidigerin Olga Kusenkowa in der Qualifikation gescheitert.

Nach der Steigerung auf 8,19m am Tag zuvor blieb Christian Reif mit 7,95m nur Rang neun im Weitsprung-Finale. "Ich bin dennoch glücklich. Profis werden lachen, aber zwei Wettkämpfe an zwei Tagen waren zu viel für mich", meinte der Ludwigshafener.

Stabhochsprung-Trio im Finale, Fitschen scheidet aus

Während das Stabhochsprung-Trio mit Tim Lobinger (Köln), Danny Ecker (Leverkusen) und Björn Otto (Dormagen) geschlossen ins Finale am Samstag einzog, scheiterte 10 000-m-Europameister Jan Fitschen im 5 000-m-Vorlauf als 12. in 13:48,39 um zwei Plätze oder 2,16 Sekunden am Finale. Er bekannte: "Nach drei Kilometern war der Ofen aus." Als Letzter blieb der EM-Zweite Thomas Blaschek (Leipzig) im Halbfinale über 110m Hürden auf der Strecke.

© SID

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