Leichtathletik WM
Kleinert holt erstes Edelmetall für Deutschland

Kugelstoßerin Nadine Kleinert hat die erste Medaille für Deutschland bei der Leichtathletik-WM in Osaka gewonnen. Hinter der Neuseeländerin Valeri Vili und der Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk reichte es für Bronze.

Große Freude im Lager der deutschen Leichtathleten bei der WM in Osaka: Kugelstoßerin Nadine Kleinert hat für die erste deutsche Medaille gesorgt. Die Magdeburgerin gewann mit 19,77m Kugel-Bronze. Den Titel sicherte sich die neuseeländische Commonwealth-Siegerin Valeri Vili mit ihrem letzten Stoß auf die Jahres-Weltbestweite von 20,54m. Der von Beginn an führenden Titelverteidigerin Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland blieb mit 20,48m im letzten Stoß der Konkurrenz nur Rang zwei. Die Neubrandenburger EM-Dritte Petra Lammert wurde mit 19,33m Fünfte hinter Chinas Ling Li, die auf 19,38m kam.

"Mich braucht man nicht so schnell abzuschreiben. Ich komme immer wieder und bin jetzt echt happy. Diese Medaille war mein Ziel. Ich spürte, wie gut ich drauf war, nachdem zwischenzeitlich die Saison zerstört schien", meinte die Frau, die inklusive Hallen-WM ihre siebte große Medaille gewann - wenn auch noch keine aus Gold.

"Wir haben das noch gut hinbekommen. Vor Wochen war Nadine noch ein Strich in der Landschaft", sagte der wie befreit wirkende Trainer Klaus Schneider, dessen Athletin in der Lage ist, so schnell wie keine andere an Form zu gewinnen. Zu Saisonbeginn war Nadine Kleinert, die 1999 und 2001 schon WM-Silber gewonnen hatte, in Brasilien von einem Virus erfasst worden, der fast das Pfeiffersche Drüsenfieber wieder hätte ausbrechen lassen. "Nur weil ich ein Breitband-Antibiotikum erhielt, wurde das verhütet. Aber es dauerte ewig, bis mein Körper wieder leistungsbereit war", erinnert sich die zuletzt vor Kraft und Selbstbewusstsein zugleich strotzende Sportsoldatin.

Kollark: "Kleinert hat verdient Bronze gewonnen"

Gleich im zweiten Versuch hatte die 31-Jährige mit 19,45m eine Weite vorgelegt, die zu Bronze gereicht hätte. Auch Petra Lammert, die im Vorjahr als EM-Dritte drei Ränge vor der nationalen Rivalin gelegen hatte, und nun den deutschen Kugelstoß-Thron der Frauen wieder räumen musste, legte gleich mit 19,33m gut los. "Aber sie hat immer mehr abgebaut. Kleinert hat verdient Bronze gewonnen und Vili ist eine saubere Siegerin", konstatierte Dieter Kollark, der als erfolgreichster deutscher Leichtathletik-Trainer nach der Wende am Mittwoch auf Diskus-Gold von Franka Dietzsch hofft.

Valerie Vili, von Anfang an Zweite, stieß im letzten Versuch noch die Weißrussin Nadseja Ostaptschuk vom Thron. Mit ihren 20,04m vom Auftakt hatte die 27 Jahre alte Titelverteidigerin und Olympiavierte schon wie die sichere Siegerin ausgesehen. Am Ende geriet ihr Konter mit 20,48m um sechs Zentimeter zu kurz.

© SID

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