Leichtathletik WM
Leichtathletik-WM mit Sprint-Duell zum Auftakt

Ein vielversprechendes Aufeinandertreffen findet gleich am ersten Wochenende der WM in Berlin statt: Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt trifft auf Dreifach-Weltmeister Tyson Gay.

Bühne frei fürs Weltsport-Ereignis 2009: Die Leichtathletik-WM auf der blauen Bahn des Berliner Olympiastadions startet am Auftakt-Wochenende mit ihrem wohl größten Knüller. Der Sprint-Gipfel zwischen Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt aus Jamaika und Dreifach-Weltmeister Tyson Gay aus den USA ist der frühe Höhepunkt im neuntägigen Wettstreit der rund 2000 Athleten aus 200 Nationen.

Mit dem Duell Bolt gegen Gay wird auch der Kampf um die Vorherrschaft im Geschäft mit der Geschwindigkeit eröffnet. Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel werden auf der Ehrentribüne sitzen, wenn Jamaikas zerstrittene Asse mit Bolt und Ex-Weltrekordler Asafa Powell versuchen, ihren Olympia-Triumph von Peking zu wiederholen, als sie fünf von sechs Sprint-Titeln gewannen und die erfolgsverwöhnten Amerikaner deklassierten.

"Ich habe ein Ziel, und das ist Weltmeister zu werden. Ich bin bereit", sagt der 22-jährige Bolt und ließ seine Fans vor dem großen Showdown via "twitter" in leicht schrägem Deutsch wissen: "alles gud!"

Auch Gay will den Weltrekord knacken

Doch auch der Weltjahresbeste Gay (9,77) strotzt vor Selbstbewusstsein und will Bolt wie beim 200-m-WM-Sieg vor zwei Jahren in Osaka nun auch über 100m in die Schranken weisen. "Ich bin in der Form meines Lebens", sagt der 27-Jährige und kündigt einen Weltrekord von unter 9,69 Sekunden an.

Wiederholt Bolt sein in Peking vollbrachtes Kunststück mit drei Siegen samt drei Weltrekorden (100, 200 und 4x100m) würden ihm 350 000 Dollar winken. Insgesamt werden in Berlin vom Weltverband Iaaf fast 7,4 Mill. an Preisgeld ausgeschüttet. Einzelsiege werden mit 60 000 Dollar belohnt, Staffelsiege mit 80 000. Für Weltrekorde gibt es einen 100 000-Dollar-Bonus.

USA hofft wieder schnellste Nation zu werden

Vor Jahresfrist bei Olympia war Jamaika mit fünf von sechs Sprint-Medaillen die Nummer eins der Welt. In Berlin will die USA zurück auf den Thron. "In Peking waren wir ein wenig neben der Spur, in Berlin können wir hoffentlich auf unsere Ideallinie zurückfinden", sagte Männer-Chefcoach Harvey Glance dem kicker.

Acht von elf 100-m-Titeln gewannen die US-Boys bisher bei Weltmeisterschaften, Jamaika noch keinen. Bei den Frauen lagen die US-Girls sechsmal vorn, 2007 in Osaka griff Veronica Campbell-Brown als erste Jamaikanern zu.

Egal wer die Vorherrschaft im Sprint erlangt, im Gesamt-Medaillenspiegel führt kein Weg an den USA vorbei. Seit Einführung der WM 1983 in Helsinki standen die Amerikaner nur dreimal nicht an der Spitze. In den ersten beiden Jahren war die DDR besser, 2001 Russland nach den wegen Dopings aberkannten US-Medaillen.

Obwohl der erste Startschuss schon am Samstag um 10.05 Uhr ertönt, eröffnet Bundespräsident Köhler die Titelkämpfe offiziell erst um 17.45 Uhr. Der erste Weltmeister steht dann schon fest, denn am Brandenburger Tor wird gegen 14.20 Uhr der Geher-Sieger nach 20km im Ziel erwartet.

Russland wartet auf Erfolgserlebnis

Für Tempo sorgen zum Auftakt die Sprinter, für Glamour Jelena Issinbajewa: Der Stabhochsprung-Kosmonautin ist das Fluggefühl zwar abhanden gekommen, doch in eigens kreierten WM-Spikes in Russlands Nationalfarben will die seit dem WM-Bronze von 2003 bei allen großen Medaillenschlachten Ungeschlagene auch im Olympiastadion nach den Sternen greifen. Sie soll trotz Formschwäche Russland die Erfolgsspur weisen. Nach nur vier Goldmedaillen in Osaka 2007 ist es für Osteuropas Leichtathletik-Großmacht wieder Zeit für ein Erfolgserlebnis.

© SID

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