Leichtathletik-WM London
Superstar Bolt tritt geschlagen ab

Den 100-Meter-Sprint am Samstag gewann Justin Gatlin. Das Publikum aber feierte Usain Bolt bei seinem letzten großen Lauf. Der Jamaikaner wird der Leichtathletik fehlen. Sponsor Puma könnte vom Karriereende profitieren.
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MünchenEr hatte keine Chance: Usain Bolt kam schon schlecht aus dem Startblock und lief seinen Rivalen von Anfang an hinterher. Am Ende wurde der 30 Jahre alte Superstar aus Jamaika bei seinem letzten großen 100 Meter-Lauf mit 9,95 Sekunden nur Dritter. Den Weltmeister-Titel holte sich am Samstagabend in London der Amerikaner Justin Gatlin (9,92 Sekunden), auf Rang zwei lief dessen Landsmann Christian Coleman (9,94 Sekunden).

Die Gunst des Publikums gehörte trotzdem Usain Bolt. Während Gatlin nach seinem Sieg auf der Bahn kauerte, feierten die Zuschauer in der britischen Hauptstadt ihren Liebling Bolt auf der Ehrenrunde. Der überführte Dopingsünder Gatlin war von den Fans in London zuvor immer wieder ausgepfiffen worden. Den Anhängern war sehr wohl bewusst, dass an diesem Abend eine Epoche zu Ende ging. Usain Bolt auf dem dritten Platz, das gab es in den vergangenen Jahren nicht.

Die Leichtathletik-Welt wird vor allem den 16. August 2009 nicht vergessen. An jenem Abend rannte der Sportler im Berliner Olympiastadion die 100 Meter in 9,58 Sekunden, bis heute der Weltrekord. Und ein dritter Platz in London hin oder her: Der Jamaikaner hat alles gewonnen, was ein Leichtathlet gewinnen kann: Acht Goldmedaillen ergatterte er bei Olympia, die letzte vergangenes Jahr in Rio. Eine Medaille musste Bolt freilich Anfang dieses Jahres wieder zurückgeben, das Staffel-Gold von Peking.

Sein Landsmann Nesta Carter wurde nachträglich des Dopings überführt. Bei Weltmeisterschaften holte er elf Mal Gold, über 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100 Meter Staffel.

Bolt ist in jeder Hinsicht ein Sportler der Superlative. Über 50 Mal ist er unter der Grenze von 10 Sekunden über 100 Meter geblieben. Zum Vergleich: Der deutsche Rekord von Julian Reus liegt bei 10,01 Sekunden. Seine Spitzengeschwindigkeit beim Weltrekord 2009 lag bei 44,72 Kilometer pro Stunde.

Angesichts der vielen Rekorde überrascht es nicht, dass Bolt mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ausgestattet ist. „Ich kann nur sagen: Ich bin eine Legende, das habe ich bewiesen“, tönte der 1,95 Meter große Mann zu Wochenbeginn auf einer Veranstaltung seines Sponsors Puma in London. Bolts Eltern Jennifer und Wellesley überreichten dem weltbekannten Sohn während des Events seine WM-Spikes – in Purpur und Gold, mit der Aufschrift: „Forever Fastest“ – eine Abwandlung des Puma-Claims „Forever Faster“.

Bolts Talent hat sich schon früh gezeigt. Der Mann mit Schuhgröße 47 stammt aus der jamaikanischen Kleinstadt Sherwood Content. Seine Eltern haben einen Laden betrieben, während sich der junge Usain die Zeit zusammen mit seinem Bruder mit Cricket und Fußball vertrieb. Schon früh bewies er im Schulsport seine Sprinter-Qualitäten. Mit zwölf war der Bursche der schnellste Schüler der Waldensia Primary.

Seinen ersten größeren internationalen Auftritt hatte der Athlet 2001 bei den Jugendweltmeisterschaften in Ungarn. Der internationale Durchbruch gelang ihm schließlich 2008 bei den Olympischen Spielen. In Peking holte der Sportler zwei Mal Gold und lief zwei Weltrekorde, über 100 und 200 Meter. Was Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im Fußball, das ist Bolt seither in der Leichtathletik.

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Eine Legende: Halten die Weltrekorde 20 Jahre?

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