Leichtathletik WM
Sebrle gekrönt, Gay zum Dritten, Bronze für Ecker

Der "König der Athleten" Roman Sebrle hat sich bei der WM in Osaka endgültig auf den Olymp geschwungen. US-Sprinter Tyson Gay feierte mit der Staffel sein drittes Gold, während Danny Ecker mit dem Stab zu Bronze sprang.

Mit dem Gewinn der Bronzemedaille hat Danny Ecker einen Fluch besiegt, der bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften auf Deutschlands Stabhochspringern zu liegen schien. Mit 5,81m gewann der 30 Jahre alte Leverkusener am vorletzten WM-Tag die erste deutsche Stab-Medaille bei einem Weltereignis unter freiem Himmel seit dem Olympia-Bronze von Andrej Tiwontschik 1996 in Atlanta. Zugleich war es das siebte Edelmetall für das deutsche Team in Osaka. Beim elften USA-Gold durch Brad Walker vor dem Franzosen Roman Mesnil (je 5,86) wurde Björn Otto (Dormagen) Fünfter und Tim Lobinger (Köln) Achter (je 5,81).

"Mein Plan hat gut funktioniert. Beim 5,81-m-Sprung hätte es auch zu 5,91m gereicht, aber leider konnte ich ihn nicht wiederholen", meinte Danny Ecker, der nach tollem Auftakt seinen Schwung verlor. "Leider haben sich die Bedingungen von gutem Rückenwind zu Windstille verändert. Darum hat es mit meinem Anlauf nicht mehr gepasst", meinte der Hallen-Europameister, dessen Mutter Heide Ecker-Rosendahl vor 35 Jahren und einem Tag in München Weitsprung-Olympiasiegerin geworden war.

Auch Otto und Lobinger zufrieden

Trotz des verpassten Griffs nach Medaillen waren auch die beiden anderen Deutschen zufrieden. "Wir können alle stolz auf uns sein. Es war ein guter Wettkampf", sagte Björn Otto, bester Europäer der Saison mit 5,90m. Tim Lobinger, Hallen-Weltmeister von 2004, meinte: "Keiner von uns muss enttäuscht sein."

Als Star der WM holte Tyson Gay nach Triumphen über 100 und 200m in Jahres-Weltbestzeit von 37,78 Sekunden über 4x100m sein drittes Gold und für die USA in dieser Disziplin das siebte der WM-Geschichte. "König der Athleten" wurde endgültig Weltrekordler Roman Sebrle, der nach dem Überschreiten der Traumgrenze (9 026 Punkte) zwar Olympia- und EM-Gold gewonnen hatte, aber WM-Gold 2001 und 2004 nur in der Halle. Mit 8 676 Punkten schlug er nach großem Duell Jamaikas Aufsteiger Maurice Smith, der sich von 8 349 auf 8 644 steigerte. Nach der anderen Saisonentdeckung Andrej Krautschanka (Weißrussland/100-m-Fehlstarts) war auch Titelverteidiger Bryan Clay (USA/verletzt) früh gescheitert.

Niklaus als Fünfter bester Deutscher

Zwei Jahre nach Rang vier fehlten Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin) nach der um 31 auf 8 371 Punkte gesteigerten Bestleistung diesmal zwei Plätze, aber sogar 215 Zähler an Bronze. Arthur Abele (Ulm/8 243) bestritt als Neunter den zweitbesten Zehnkampf der jungen Laufbahn. Und Norman Müller (Halle/Saale) lag besser als beide im Rennen, als er durch drei Fehlversuche über die Anfangshöhe im Stabhochsprung auf dem Weg zu 8 300 Punkten scheiterte.

Die weiteren Titel am vorletzten WM-Tag holten bereits am frühen Morgen im 50-km-Gehen Australiens Weltrekordler Nathan Deakes in hervorragenden 3:43:53 Stunden, was durch nur 60 Prozent Luftfeuchte und Temperaturen unter 30 Grad möglich war, sowie am Abend Äthiopiens Weltrekordlerin Meseret Defar (Äthiopien) in 14:57,91 Minuten über 5000m. Ihr zweites WM-Gold nach dem 200-m-Triumph gewann Allyson Felix und mit dem 4x100-m-Quartett in Jahresweltbestzeit von 41,98 zugleich den zehnten USA-Titel in Osaka. Zweiter wurde Jamaika mit 100-m-Weltmeisterin Veronica Campbell (42,01).

Die deutschen Staffeln hatten mit der Medaillenvergabe wie erwartet nichts zu tun. Das Männer-Quartett mit Ronny Ostwald (Wattenscheid), Tobias Unger (Kornwestheim-Ludwigsburg), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und U20-Europameister Julian Reus (Erfurt) wurde Sechster in 38,62 Sekunden. Die Frauen mit Katja Wakan (Wattenscheid), Cathleen Tschirch (LG Weserbergland), Johanna Kedzierski (Mannheim) und Verena Sailer (Fürth/München) landete auf Rang sieben in 43,51.

Deutschland ist beim WM-Finale am Sonntag nur noch über 4x400m und mit zwei Marathonläuferinnen vertreten. Das Quartett um Ex-Europameister Ingo Schultz (Leverkusen) lieferte als Vorlauf-Zweiter ein starkes Rennen.

© SID

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