Leichtathletik-WM
Sergej Bubkas Erbin

Jelena Isinbajewa hat ein ganz großes Ziel: 36 Weltrekorde möchte sie in ihrer Stabhochsprung-Karriere aufstellen und somit die alte Bestmarke ihres Idols Sergej Bubka überbieten. Die Operation Goldmedaille gerät in Helsinki fast zu Nebensache. Was für sie zählt, ist eine neue Bestmarke, die sie nebenbei um 100 000 Dollar reicher machen würde.

HB DÜSSELDORF. Die goldenen Spikes hat sie schon, die goldene Medaille liegt für sie bereit. Stabhochsprung-„Kosmonautin“ Jelena Isinbajewa will auf ihrem Soloflug die nächste Stufe zünden und am Mittwoch erstmals bei einer Weltmeisterschaft auf dem Siegerpodest landen. Wenn es überhaupt eine 99,99-Prozent-Favoritin in Helsinki gibt, dann ist es die 23 Jahre alte Russin. „Ich will hier Weltmeisterin werden und 5,01 Meter springen“, verkündete die junge Dame selbstbewusst.

Das Unternehmen Gold ging sie ganz locker an. Zum Sponsorentermin ihres Ausrüsters kam sie in Fransenjeans, und für die Quali-Höhe von 4,45 Meter hätte sie sich eigentlich gar nicht umziehen müssen. 5,01 Meter - Weltrekord Nr. 18 würde Isinbajewa in Helsinki nicht nur um 160 000 Dollar (60 000 Sieg/100 000 Weltrekord) reicher machen, er wäre auch die halbe Miete auf dem Weg zu einem ehrgeizigen Ziel: 36 Weltrekorde hat sich die Olympiasiegerin vorgenommen, einen mehr als der legendäre Sergej Bubka. „Er erklärt mir viel“, sagte sie, „wir sind befreundet.“

20 Jahre nach dem Erstflug Bubkas über 6,00 Meter hatte auch Isinbajewa Sport-Geschichte geschrieben: In London katapultierte sich die frühere Turnerin aus Wolgograd am 22. Juli als erste Frau der Welt über 5,00 Meter - die Schallmauer war durchbrochen. „Das war ein historischer Sprung“, sagte sie selbst. Gleich um vier Zentimeter hatte Isinbajewa ihren Weltrekord (zuvor 4,96 m) in London höher geschraubt und nicht wie erwartet zunächst 4,97 m auflegen lassen. Dies hatte früher Bubka mit seiner „Salamitaktik“ vorgemacht, denn die Steigerung um jeweils einen Zentimeter garantierte satte Rekordprämien. „Die Bedingungen waren in London optimal, deshalb habe ich die fünf Meter aufgelegt. Die sportliche Leistung ist mir wichtiger als das Geld“, versicherte die Russin, die sich vor zwei Jahren bei der WM in Paris noch ihrer Landsfrau Swetlana Feofanowa geschlagen geben musste.

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