Leichtathletik WM
Silber für Diskuswerfer Robert Harting

Der Berliner Robert Harting hat bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Osaka für die zweite deutsche Medaille gesorgt. Der Diskuswerfer musste sich mit 66,68m nur Gerd Kanter aus Estland (68,94m) geschlagen geben.

Diskuswerfer Robert Harting hat die zweite Medaille für die deutsche Mannschaft bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im japanischen Osaka errungen. Der Berliner musste sich im Diskuswurf mit einer Weite von 66,68m lediglich Gerd Kanter aus Estland geschlagen geben, der 68,94m als Bestmarke verbuchte. Bronze ging an den Niederländer Rutger Smith (66,42m).

"Ich wollte den Holländer Rutger Smith unbedingt noch übertreffen, denn den mag ich nicht. Ansonsten bin ich nur wegen meiner Freundin hier. Ich liebe sie über alles", waren die ersten Worte, die dem 22 Jahre alten Thüringer im Trikot des SCC Berlin nach dem Sensations-Silber über die Lippen kamen. Dann meinte der 2,01-m-Mann mit Schuhgröße 50, der in seiner wilden Berliner Zeit als Raufbold galt: "Jetzt muss ich zur Dopingkontrolle. Aber ihr müsst Euch keinen Kopp machen."

Harting hatte niemand auf der Rechnung

Den fast nur Insidern bekannten Robert Harting hatte kaum einer auf der Rechnung, obwohl er vor zwei Jahren mit der Steigerung auf 66 m schon Schlagzeilen machte, dann Gold bei der U23-WM gewann. Doch dann kam es zum Krach mit Bundestrainer Jürgen Schult, der mit 74,08m seit 21 Jahren noch immer den Weltrekord hält. "Er wollte mich zu einem anderen Menschen, zu einer Art Yuppie machen. Dann gab es Stress." Seit der Trennung wechseln beide kein Wort mehr.

Harting, Hauptgefreiter der Sportförderkompanie in Potsdam, kehrte zurück zu Trainer Werner Goldmann, "und mit ihm kam der Spaß zurück." In diesem Jahr fand Harting wieder Anschluss, flog als Siebter der Weltrangliste nach Osaka, trat als Nummer fünf zum Finale an, ging gleich in Führung, fiel dann auf Rang vier zurück, bis er dann im vorletzten Versuch den großen Konter setzte.

Gold für Gerd Kanter aus Estland

Sensationell landete der Mann, der für den verletzten fünfmaligen Weltmeister Lars Riedel (Saulheim) und den ebenfalls auf den WM-Start verzichtenden zweimaligen WM-Dritten Michael Möllenbeck (Wattenscheid) in die Bresche sprang, noch einen Rang vor dem hohen Favoriten Virgilius Alekna (Litauen), der zweimal Olympiasieger, zweimal Weltmeister war und seit August 2005 nicht mehr verloren hatte. Der 35-Jährige Alekna erlebte die größe Pleite seit dem Aufstieg 2000 bei den Sommerspielen in Sydney. "Das war nicht der Alekna, den wir kennen", sagte Harting.

Das Gold ging an dessen großen Rivalen Gerd Kanter, der mit einer 73-m-Weite die Weltrangliste anführt und Alekna in 44 Duellen bisher nur einmal hatte bezwingen könnten. Der Este lag gut zwei Meter vor dem deutschen Silbermann. Bronze holte der Kugelstoß-Vierte Rutger Smith mit 66,42m für die Niederlande. "Sensationell, das ist die Krönung", entfuhr es dem aufgewühlten Werner Goldmann, der auf eigene Kosten nach Osaka gereist war und nun darauf hofft, dass ihm der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) als Dank einen Zuschuss gibt. Goldmann: "Robert hat hart gearbeitet, auch bei schlechtem Wetter trainiert und sehr weit geworfen. Das hat ihm die nötige Sicherheit gegeben, um auch hier bestehen zu können."

© SID

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