Leichtathletik WM
Silbermedaille wandert von Jones zu Thanou

Der Weltverband Iaaf hatte "keine andere Wahl": Ausgerechnet die umstrittene Griechin Ekaterina Thanou erhält die WM-Silbermedaille der des Dopings überführten Marion Jones.

Am Ende blieb dem Leichtathletik-Weltverband Iaaf nichts anderes übrig. Die umstrittene griechische Sprinterin Ekaterina Thanou hat nachträglich die 100-Meter-Silbermedaille der des Dopings überführten Marion Jones (USA) von der Leichtathletik-WM 2001 in Edmonton erhalten. "Rechtlich gesehen hatten wir keine andere Wahl. Es gab keinen Beweis für Dopingvergehen von Thanou in der fraglichen Zeit", sagte Iaaf-Sprecher Nick Davis, der meinte, dem Verband seien die Hände gebunden gewesen. Gold hatte damals die Ukrainerin Schanna Block gewonnen.

Thanou war 2004 für zwei Jahre gesperrt worden, weil sie sich unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Athen gemeinsam mit Sprinter Kostas Kenteris einer Dopingkontrolle entzogen hatte. Jones, die wegen Falschaussagen über ihre Dopingpraxis zuletzt eine sechsmonatige Haftstrafe angetreten hat, waren nach ihrem Geständnis rückwirkend alle Erfolge bis ins Jahr 2000 aberkannt worden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat noch nicht entschieden, wie Jones' fünf Goldmedaillen von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney neu verteilt werden. Über 100m war damals Thanou Zweite geworden und hätte demnach Anspruch auf Gold.

© SID

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