Leichtathletik WM
Steffi Nerius kündigt Karriereende an

Nach der WM in Berlin wird Speerwerferin Steffi Nerius ihre Karriere beenden. Die 36-Jährige wird ab Oktober Vollzeit-Trainerin in der Leverkusener Behindertensport-Abteilung.

Europameisterin Steffi Nerius stellt nach der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) die Speere in die Ecke. Die 36 Jahre alte WM-Dritte bekräftigte im Interview mit ARD-Online ihren Plan: "Ab Oktober 2009 bekomme ich eine volle Trainerstelle in der Leverkusener Behindertensport-Abteilung, in der ich schon seit 2002 tätig bin. Es ist wie ein Sechser im Lotto, wenn man nach der Karriere einen fließenden Übergang zum Beruf hat."

Diese Saison gehe sie aber noch einmal hochmotiviert an: "Ich bin so gut durch den Winter gekommen, wie lange nicht mehr. Es ist spannend, denn einerseits darf ich nicht übertreiben, anderseits will ich in meinem letzten Jahr das Maximale rauskitzeln."

Nerius hofft auf WM-Medaille

Ihre internationale Karriere hatte die gebürtige Rügenerin 1993 bei der WM in Stuttgart mit Platz neun gestartet. Eine solche Platzierung würde sie in Berlin aber nicht zufriedenstellen. "Ich habe schon das Ziel, eine Medaille zu holen."

Das Potenzial ist vorhanden, wie Nerius im Vorjahr bewies, als sie ihre Bestleistung auf 68,34 m steigerte. Enttäuschend verliefen für die Diplom-Sportlehrerin dagegen die Olympischen Spiele. Nachdem sie von 2002 bis 2007 von allen internationalen Meisterschaften eine Medaille mit heimgebracht hatte (2002 EM-Silber, 2003, 2005 und 2007 je WM-Bronze, 2004 Olympia-Silber, 2006 EM-Gold) verfehlte sie in Peking die erhoffte Bronzemedaille.

Nerius begrüßte im Interview mit ARD-Online die Erklärung von fünf Leichtathletik-Trainern zu ihrer Vergangenheit im Dopingsystem der DDR. "Grundsätzlich finde ich es richtig und wichtig, um Ruhe reinbringen zu können." Zu den Betroffenen gehört auch ihre Bundestrainerin Maria Ritschel (Halle/Saale). Zugleich bemängelte sie, dass die Heim-WM bisher so wenig wahrgenommen werde: "Ich vermisse schon Werbung für Berlin.'

© SID

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