Leichtathletik WM
Tyson Gay krönt sich zum König von Osaka

Der US-Amerikaner Tyson Gay hat bei der Leichtathletik-WM in Osaka in 9,85 Sekunden die Goldmedaille über 100m gewonnen. Zweiter wurde Derrick Atkins (Bahamas) in 9,91s, Asafa Powell (Jamaika) wurde in 9,96s Dritter.

Tyson Gay hat die Goldmedaille über 100m bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka gewonnen. Der 25-Jährige aus den USA lief bei einem Gegenwind von 0,5 Metern pro Sekunde 9,85 Sekunden und sicherte sich damit den ersten großen Titel seiner Laufbahn. Weltrekordler Asafa Powell aus Jamaika blieb im Finale in 9,96 Sekunden sogar nur der dritte Platz hinter Derrick Atkins von den Bahamas, der sich in 9,91 Sekunden zwischen die beiden Topfavoriten schob.

Der Jahresweltbeste Gay indes begab sich um 22.22 Uhr Ortszeit mit US-Flagge um die Schultern auf die Ehrenrunde im mit 45 000 Zuschauern nicht ausverkauften Nagai-Stadion und sandte Dank und Grüße via Bildschirm an Mutter, Trainingspartner Jon Drummond und seinen Trainer Lance Brauman, der seit mehreren Monaten inhaftiert ist, weil er jungen Sportler auf illegale Weise Stipendien verschaffte.

"Diese Medaille fühlt sich so gut an und ich bin sehr stolz darauf. Ich war etwas nervös, aber meine Mutter und Jon Drummond haben mir immer wieder gesagt, dass ich an meine Schnelligkeit glauben soll. Mein Start war schlecht, aber bei 60 Metern habe ich gemerkt, dass ich ihn mir holen kann", sagte Gay.

Weltrekord-Hoffnung blieb unerfüllt

Zum erhofften ersten Weltrekord der WM reichte es allerdings nicht. Beide Athleten hatten vor dem Auftakt angekündigt, eine Verbesserung der aktuellen Marke auf der schnellen Bahn ins Visier zu nehmen. Doch bei 0,5 m/s Gegenwind blieb der WM in Japan eine Zeit unter 9,77 Sekunden verwehrt.

Powell war indes bitter enttäuscht von seiner Vorstellung. "Normalerweise laufe ich so etwas locker durch, heute bin ich verkrampft. Mein Fuß hat geschmerzt, das hat mich abgelenkt und mich letztlich das Rennen gekostet", sagte Powell, der eine Ehrenrunde mit Jamaika-Flagge ablehnte. Immerhin bedeutet Bronze für ihn wie für Gay die erste WM- oder Olympiamedaille.

Das Finale von Osaka war das erste Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in diesem Jahr. In der vergangenen Saison hatte Gay gleich fünfmal gegen Powell den Kürzeren gezogen. Doch nach seiner Jahresweltbestzeit und dem nicht gewerteten Rekordlauf von New York (9,76 mit zu viel Wind) hatte sich der US-Amerikaner einen vermeintlichen psychischen Vorteil erarbeitet. Während der drei Runden zuvor wirkte allerdings Powell ein Quäntchen lockerer als sein Rivale.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%