Leichtathletik-WM
Usain Bolt bricht nun auch Geldrekorde

Der schnellste Mann der Welt verdient Millionen mit Sponsorengeldern, Antrittsgagen und Prämien. Schon jetzt dürfte er der Athlet mit den höchsten Einnahmen sein. Und durch seinen 100-Meter-Sieg von Berlin ist der Marktwert des Jamaikaners noch einmal gestiegen. Bei Bolt seien alle Voraussetzungen gegeben, um ihn weltweit zu vermarkten, schwärmen Experten.

HB BERLIN. Auf der Laufbahn trennen sie ein paar Meter. Als Usain Bolt am Mittwoch bei der Leichtathletik-WM in 20,08 Sekunden das Finale über 200 Meter erreichte, schied der deutsche Meister Robert Hering vier Bahnen weiter als Halbfinal-Fünfter aus (20,52). Was ihre Einnahmen und Vermarktbarkeit angeht, ist Hering im Vergleich zum Weltrekordhalter aus Jamaika nur ein "kleiner Fisch". Bolt verdient Millionen mit Sponsorengeldern, Antrittsgagen und Prämien. Sein Gegner aus Jena bekommt laut DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow gerade einmal 75 Euro im Monat von der Deutschen Sporthilfe.

Der Marktwert von Usain Bolt ist durch seinen 100-Meter-Sieg von Berlin noch einmal gestiegen. "Die Branche ist auf Sieger fokussiert. Er dürfte zurzeit von allen Athleten die höchsten Einnahmen erzielen", sagte Helmut Digel, beim Weltverband IAAF für Marketingfragen zuständig. Diese Einschätzung wird hinter vorgehaltener Hand von den Organisatoren der großen europäischen Sportfeste bestätigt. Nach seinem Olympiasieg seien Bolts Antrittsgagen auf rund 200 000 bis 250 000 Euro gestiegen. 2010 dürfte er bei keinem Meeting mehr für weniger als 300 000 Euro an den Start gehen. Das ist ein Spitzenwert in der Leichtathletik.

Das Millionen-Einkommen des Jamaikaners speist sich noch aus weiteren Quellen. Für seinen 100-Meter-Sieg in Berlin erhielt er von der IAAF eine Prämie in Höhe von 60 000 Euro. Für den Weltrekord gab es noch einmal 100 000 Euro dazu. Bestzeiten außerhalb einer großen Meisterschaft sind mit der Hälfte dieses Betrags dotiert. Haupteinnahmequelle von Usain Bolt ist sein Sponsorenvertrag mit dem Sportartikel-Hersteller Puma. Noch verdient die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa beim chinesischen Konkurrenten Li Ning mit 1,5 Millionen Dollar pro Jahr etwas mehr. Doch nach Meinung aller Experten dürfte Bolt bald an diesem Betrag vorbeisprinten.

Puma nahm ihn bereits als 15-Jährigen unter Vertrag. Der Ausrüster verdankte ihm nach Angaben von Vorstandschef Jochen Zeitz allein bei den Olympischen Spielen 2008 "einen Mediawert von 250 Millionen Euro". Dabei handelt es sich um den Betrag, den der Konzern in klassische Werbung hätte investieren müssen, um eine vergleichbare Medienpräsenz zu erreichen. Laut Marketing-Experte Digel sind bei Bolt "alle Voraussetzungen gegeben", um ihn weltweit zu vermarkten. Er ist erfolgreich, hat Charisma "und spricht Englisch", wie Digel betonte. Das mache ihn für den amerikanischen Markt interessant.

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