Leichtathletik WM
Zimmer geht bei Kaniskina-Triumph auf Rang acht

Beim WM-Erfolg der Russin Olga Kaniskina im 20km-Gehen hat Sabine Zimmer in Osaka mit Platz acht überzeugen können. Die deutschen Zehnkämpfer starteten ordentlich in den Wettbewerb, als Bester ist Norman Müller Achter.

Trotz des Schocks nach dem Kollaps von Andre Höhne fünf Tage zuvor hat sich das Potsdamer Geherinnen-Duo beim 20km-Wettbewerb der Leichtathletik-WM in Osaka achtbar aus der Affäre gezogen. "Unser Trainer Ron Weigel hat uns die Angst genommen. Er sagte, ihr müsst clever gehen, euch ans Tempolimit halten, dann wird nichts passieren", meinte die beim Sieg der Russin Olga Kaniskina (1:30:42) als Achte in 1:33:23 Stunden glücklich im Ziel gelandete Sabine Zimmer. Die Olympiafünfte Melanie Seeger wurde 14. in 1:35:30.

Das deutsche Zehnkampf-Trio erwischte einen guten Start, doch Weißrusslands Weltranglistenzweiter Andrej Krautschanka vergab seine Medaillenchance, weil er sich über 100m einen Fehlstart zu viel leistete. Nach drei Disziplinen führt Maurice Smith (Jamaika) mit 2 815 Punkten überraschend vor Titelverteidiger Bryan Clay (USA/2 782), der auf Kurs 8 700 steuert. Vierter noch hinter Tom Pappas (USA/2 660) ist Olympiasieger Roman Sebrle (Tschechien/2 648), liegt aber schon 193 Zähler hinter dem Vergleichwert seines Weltrekordes (9 026) zurück. Direkt hinter ihm folgt als Medaillenkandidat Kasachstans Olympiadritter Dmitri Karpow (2 644).

Niklaus hat die Bestleistung im Blick

Andre Niklaus, WM-Vierter von Helsinki 2005, liegt als 14. mit 2 485 Punkten nur zehn Zähler unter dem Niveau seiner Bestleistung (8 340) und wahrte die Chance auf einen Spitzenplatz. Dabei war er nach 11,12 Sekunden über 100m und 7,42m im Weitsprung mit der Kugel (14,12) besser als in Götzis. Sehr gut startete Norman Müller (Halle/Saale) und hat nach Kugelstoß-Bestleistung von 15,18m als Siebter mit 2 604 ein Plus von 27 Punkten zur Bestleistung (8 255). Arthur Abele (Ulm), Sieger der deutschen WM-Qualifikation, hat vor dem Hochsprung mit 2 447 Zählern 58 Punkte Rückstand auf den Zwischenwert bei den 8 269 Punkten von Ratingen.

Dagegen erlebten die deutschen Speerwerfer eine Pleite. Der erst aus dem WM-Team gestrichene und dann wieder aufgenommene Peter Esenwein (Kornwestheim/Ludwigsburg) scheiterte mit 79,62 als 13. um einen Platz oder 18 Zentimeter am Finaleinzug und machte zusammen mit dem enttäuschend schwachen deutschen Meister Stephan Steding (Hannover), nur 27. mit 74,61, das Dutzend der Erstrundenausfälle im deutschen Team komplett. "Ich bin traurig. Die Form spricht eine andere Sprache", meinte Esenwein (40).

Schwierige Bedingungen für Geherinnen

Im 20km-Gehen schuf ein Wechselspiel von Sonne, Wind und Regen trotz Temperaturen um knapp 30 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit ungleich günstigere Bedingungen als beim Hitzerennen der Männer. Keine einzige Geherin kollabierte, vier gaben auf. Darunter Russlands Titelverteidigerin, Olympiasiegerin und Weltrekordlerin (1:25:41) Olimpiada Iwanowa (Rückenprobleme). Somit war der Weg frei für die 22 Jahre alte EM-Zweite Olga Kaniskina, die das vierte Gold Russlands vor Teamkameradin Tatjana Schemjakina (1:30:42) gewann. Bronze holte Maria Vasco in 1:30:47 für Spanien.

"Es war genau mein Wetter, auch wenn der Regen keine Erfrischung brachte, die Straße eher schmierig machte. Bis Kilometer zwölf habe ich mich an die Marschroute gehalten, lag auf Platz 15. Dann startete ich die Aufholjagd", meinte Ex-Junioren-Weltmeisterin Sabine Zimmer, die sich als Achte die Zugehörigkeit zum A-Kader des Verbandes sicherte. Der Olympiafünften Melanie Seeger glückte das nicht. "Ich habe seit Mai wertvolle Trainingswochen wegen Natriummangel und Entzündung am Ischiasnerv verloren. Da konnte ich nicht wie bei Olympia in Athen auf Teufel komm raus marschieren", meinte die 30-Jährige.

© SID

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