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Leipheimer nach Etappensieg im Gelben Trikot

Den Sieg auf der Königsetappe der Deutschlandtour 2005 hat sich Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner vor seinem Teamkameraden Georg Totschnig (Österreich) gesichert. Damit übernahm der Amerikaner auch das Gelbe Trikot.

Bei der Deutschlandtour 2005 hat Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner die Königsetappe vor seinem Teamkameraden Georg Totschnig aus Österreich für sich entschieden und das Gelbe Trikot übernommen. T-Mobile-Profi Jan Ullrich kam hinter dem Spitzenduo auf Rang drei.

Der US-Amerikaner hatte auf dem Teilstück am 2670m hohen Gletscherstadion des Söldener Rettenbachferners am Ende 15 Sekunden Vorsprung auf Lokalmatador Georg Totschnig. Ullrich wahrte mit einem Rückstand von 50 Sekunden seine Ambitionen auf den Gesamtsieg, der für ihn als vermeintlich bestem Zeitfahrer im Feld am Montag im Kampf gegen die Uhr noch in Reichweite ist.

Ullrich: "Bin sehr zufrieden"

"Ich habe nicht damit gerechnet, unter die ersten drei zu fahren, und bin deshalb sehr zufrieden", sagte der T-Mobile-Kapitän: "Ich hoffe, dass ich mich nach meiner Erkältung weiter regeneriere, mal sehen, was dann am Ende rauskommt. Levy und Georg sind sicher auch keine schlechten Zeitfahrer."

In der Gesamtwertung führt Leipheimer mit 18 Sekunden Vorsprung vor Totschnig. 56 Sekunden hinter dem Gelben Trikot folgt Ullrich als Gesamt-Dritter. "Jan ist ein sehr guter Zeitfahrer. Ich denke, das wird eine knappe Entscheidung", erklärte T-Mobile-Sportchef Mario Kummer: "Er ist war am Schluss auf sich alleine gestellt, ist aber bravourös gefahren."

Die Entscheidung fiel drei Kilometer vor dem Ziel, als Ullrich einer Tempoverschärfung der beiden Gerolsteiner-Fahrer nicht mehr folgen konnte. "Da ist der Motor geplatzt", sagte Ullrich.

Jaksche kommt auf Platz fünf

Aus der ursprünglich fünfköpfigen Spitzengruppe waren zuvor schon der Australier Cadel Evans und der Ansbacher Jörg Jaksche zurückgefallen. Evans wurde am Ende Vierter, Jaksche kam auf Platz fünf. "Ich habe alles versucht und auch attackiert, immerhin konnte ich damit in Jörg zumindest einen Mitfavoriten distanzieren", sagte Ullrich.

Während der 31-Jährige zu Beginn des 14,7km langen und bis zu 17 Prozent steilen Schlussanstiegs in Matthias Kessler (Nürnberg) noch einen Helfer an seiner Seite hatte, war er bald darauf auf sich allein gestellt. Ein Fahrer nach dem anderen konnte dem Tempo von zeitweilig bis zu 20km/h im Anstieg nicht mehr folgen.

Holczer: "Es geht um jede Sekunde"

Nur das Team Gerolsteiner hatte in Totschnig und Leipheimer auch nach Ullrichs Tempoverschärfung noch zwei Fahrer in der Spitzengruppe und nutzte diesen Vorteil am Ende. "Levy war eben heute stärker. Es geht um jede Sekunde. Ich hätte Georg Totschnig natürlich den Heimsieg gegönnt und kann seine Enttäuschung verstehen", sagte der Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer.

Dagegen musste Vorjahressieger Patrik Sinkewitz aus Fulda (Quickstep) 10km vor dem Ziel abreißen lassen und büßte als Zehnter mit 3:06 Minuten Rückstand alle Siegchancen ein. Noch schlechter erging es dem Kasachen Alexander Winokurow vom T-Mobile Team, der kurz vor Ende der Etappe von einer Erkältung geschwächt vom Rad stieg und aufgab. "Schade, dass Alex nicht mehr dabei ist. Aber er war schon die ganze Woche krank", sagte Kummer.

Fothen holt erste Bergwertung

Die erste Bergwertung der höchsten Kategorie am 2020m hohen Kühtai-Sattel hatte sich zuvor Gerolsteiner-Fahrer Markus Fothen (Kaarst) gesichert. Der 23-Jährige, der in diesem Jahr schon mit dem zwölften Gesamtrang beim Giro d´Italia überzeugt hatte, setzte sich mit einer Attacke 2,5km vor der Passüberquerung aus der Favoritengruppe ab. Eine Schrecksekunde hatte er allerdings in der anschließenden Abfahrt zu überstehen, als er in einer Kurve wegrutschte, das Rennen jedoch gemeinsam mit zwei Mitausreißern fortsetzen konnte.

Da sich Fothen 40km vor dem Ziel auch noch die Punkte einer Kategorie-3-Wertung holen konnte, schob er sich in der Wertung für den besten Kletterer auf Platz zwei hinter Leipheimer, für den er stellvertretend auf der fünften Etappe das gepunktete Trikot tragen wird. 5km vor Beginn des Schlussanstiegs in Sölden wurden die Ausreißer von einer 50-köpfigen Verfolgergruppe wieder gestellt, sodass sie mit der Tagesentscheidung nichts mehr zu tun hatten.

Fünfte Etappe geht nach Friedrichshafen

Auch auf der fünften Etappe geht es noch einmal hoch hinaus. Allerdings dürfte die Bergwertung am Arlbergpass (1793m/1. Kat.), die 100km nach dem Start in Sölden zu bewältigen ist, zu früh für entscheidende Attacken kommen, da es anschließend noch 120km bergab ins Ziel nach Friedrichshafen geht. Der Kampf um den Gesamtsieg wird wohl erst am Sonntag ernsthaft fortgesetzt, wenn die Bergankunft auf dem Feldberg im Schwarzwald auf dem Programm steht. Einen Tag später folgt das 31,1km lange Einzelzeitfahren von Ludwigshafen nach Weinheim.

© SID

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