Letzte Deutsche verabschiedet sich aus Paris
Henin-Hardenne zu stark für Grönefeld

Die Titelverteidigerin war zu stark für Anna-Lena Grönefeld: Im bislang größten Match ihrer Tenniskarriere hat die Nordhornerin den nächsten Coup verpasst. Im Viertelfinale der French Open unterlag die deutsche Nummer eins Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien nach 1:25 Stunden mit 5:7, 2:6 und muss sich damit nach vier Siegen beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres aus Paris verabschieden. Der Heimaturlaub in Nordhorn wird Grönefeld mit 111 625 Euro Preisgeld versüßt.

"Im Moment bin ich ein bisschen frustriert und enttäuscht. Vor allem in ersten Satz hatte ich meine Chancen. Aber in ein paar Tagen kann ich natürlich sagen, dass ich ein gutes Turnier gespielt habe", meinte Grönefeld, für die schon in einigen Tagen die Vorbereitung auf Wimbledon beginnt.

Henin-Hardenne trifft auf ihrem Weg zum dritten Paris-Titel nach 2003 und 2005 im Halbfinale im belgischen Duell auf die zweimalige Paris-Finalistin und US-Open-Champion Kim Clijsters, die die Titelträume von Rückkehrerin Martina Hingis (Schweiz) mit einem 7:6 (7:5), 6:1-Erfolg beendete.

"Meilenstein in meiner Karriere"

Die seit Sonntag 21 Jahre alte Grönefeld hatte schon den erstmaligen Einzug in die Runde der letzten Acht als "Meilenstein in meiner Karriere" bezeichnet. Am Dienstag hatte die von Mütze bis Socken ganz in rosa gekleidete Blondine sogar die Chance auf mehr.

"Balle vor jedem Punkt die Faust" oder "Nimm dir Zeit beim Aufschlag" stand auf einem Zettel, den Grönefeld mit auf den Platz gebracht hatte. Immer wieder schaute sie auf das Papier, und die Motivations- und Taktikhilfen zeigten Wirkung. "Mein Trainer und ich besprechen uns vor dem Match und dann schreiben wir diese Zettel. Das machen wir öfter", erklärte Grönefeld. Mit aggressivem und klugem Spiel stellte Grönefeld die 13 Zentimeter kleinere und zehn Kilo leichtere Henin-Hardenne immer wieder vor Probleme.

Nach den Pleiten der deutschen Männer um Nicolas Kiefer vollbrachte Grönefeld in Paris dennoch Großes. Schließlich stand sie als erste Deutsche seit Anke Huber 2000 in New York im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. In Paris war Steffi Graf bei ihrem denkwürdigen Finalsieg 1999 gegen Hingis als bislang letzte deutsche Spielerin so weit gekommen.

© SID

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