Letztes Olympia-Rennen: Disl träumt zum Abschied von einer Medaille

Letztes Olympia-Rennen
Disl träumt zum Abschied von einer Medaille

Für die beiden Biathlon-Urgesteine Uschi Disl und Sven Fischer fällt heute der Vorhang. Im Massenstartrennen feiert das Duo seinen Abschied von der olympischen Bühne. Doch statt leise Servus zu sagen, hoffen beide auf einen finalen Paukenschlag.

HB TURIN. Die Olympia-Premiere wird zur Abschieds- Vorstellung. Bei den erstmals im Zeichen der fünf Ringe ausgetragenen Massenstartrennen der Damen (10.00 Uhr) und Herren (12.00 Uhr) geben Biathlon-Urgestein Uschi Disl und Dauerbrenner Sven Fischer heute ihren olympischen Ausstand. "Es wird keiner mit Wehmut. Die wird erst aufkommen, wenn ich mein definitiv letztes Rennen laufe. Für mich steht der Termin fest. Bekannt geben werde ihn aber erst im Frühjahr", sagte die Bayerin, deren einmalige Serie am Donnerstag gerissen war. Zum ersten Mal bei Olympia war sie bei einem Biathlon- Rennen nur Zuschauerin.

Für die wilde Hetzjagd über 12,5 Kilometer hat sich die im österreichischen Kössen lebende Uschi Disl viel vorgenommen. "Der Massenstart ist zwar nicht meine Paradedisziplin, doch läuferisch bin ich in der Form meines Lebens. Ich möchte eine Medaille", sagte die Sportlerin des Jahres. "Wenn nur das liebe Schießen nicht wäre." Beim Abschlusstraining brachte sie sogar Bundestrainer Uwe Müssiggang zur Verzweiflung. Ihr gelang keine fehlerfreie Serie. "Vielleicht ist das ein gutes Omen. Vor dem Einzelrennen traf ich 20 Mal hintereinander - und im Rennen fielen fünf Scheiben nicht. Vielleicht geht's diesmal andersherum", hoffte die Bundespolizistin. Auch Müssiggang traut ihr einiges zu: "Wenn sie maximal zwei Runden schießt, kämpft sie um Gold. Doch Uschi ist unberechenbar. Stabiles Schießen lernt sie in den verbleibenden Biathlon-Tagen nicht mehr."

Noch vor der zweitplatzierten Disl rangiert im Massenstart-Weltcup Martina Glagow. "Silber-Molli", wie die Mittenwalderin nach den drei zweiten Plätzen in San Sicario inzwischen gerufen wird, hat beide bisherigen Saisonrennen gewonnen. Noch höher als sie wird allerdings Kati Wilhelm gewettet. "Ich habe mit dem Olympiasieg und Staffel- Silber erreicht, was ich wollte. Ich fühle mich sicher am Schießstand. Und wenn's nichts mit dem Podest wird, geht die Welt auch nicht unter", meinte die Skijägerin aus Zella-Mehlis. Die Daumen will sie besonders für Uschi Disl drücken: "Kommt Uschi aufs Treppchen, hätte jede von der Mannschaft eine Medaille."

Höher gesteckt sind bei den Herren die Ziele der Superstars Ole Einar Björndalen und Raphael Poiree. Der Norweger ist mit bisher zwei Mal Silber ebenso wenig zufrieden wie der Franzose, bei dem es lediglich zu Staffel-Bronze reichte. Besser in Form zeigten sich in San Sicario die Männer von Bundestrainer Frank Ullrich. "Klar wollen wir noch Mal in die Medaillenränge. Wir haben überhaupt keinen Druck mehr. Herschenken werden wir nichts", meinte der Suhler kämpferisch.

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