London kann kaum verlieren
Olympia als Konjunkturprogramm für London

Fünf bunte Ringe, ein paar Wochen Spiel, Spaß und Spannung - fünf Milliarden Euro: Die Ausrichtung olympischer Spiele verschlingt Unsummen an Geld. Doch die Investition lohnt sich meistens. „Die Spiele können ein Segen für die Stadt sein“, sagt Holger Preuß, Olympia-Experte und Sportökonomie-Professor in Mainz. Wenn London es nur richtig anpacke.

DÜSSELDORF. Denn alles dreht sich um das Erbe, dass die Spiele der Stadt hinterlassen. Schafft London es, den olympischen Rückenwind für ihre eigenen Ziele auszunutzen, dann rollt der Rubel auch noch Jahre danach. Das beste Beispiel hat dafür bislang Barcelona 1992 geliefert. Die Stadt verpasste sich im Zuge der Olympia-Begeisterung im eigenen Land ein neues Aussehen; die Runderneuerung der Infrastruktur verschlang fast zehn Milliarden Euro.

Mit Erfolg: Die jährliche Zahl der Besucher hat sich in Barcelona seit 1992 praktisch verdoppelt. „Barcelona hat sich dank der Spiele von einer Stadt mit 18 Prozent Arbeitslosigkeit, vom herunter gekommen Industriestandort zu einer Touristenstadt entwickelt“, sagt Preuß.

Wichtig ist dabei aber, dass die Olympia-Stadt die Infrastruktur, die sie neu baut, auch tatsächlich braucht. Das war in Barcelona der Fall und ganz besonders auch in Athen, das sogar einen neuen Flughafen verpasst bekam. Und es trifft auch auf London zu. „Die Stadt kann zum Beispiel ein großes Olympiastadion gut gebrauchen“, sagt Preuß. Denn sie kann die Arena auch nach den Spielen nutzen, zum Beispiel für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte.

Wie bei fast allen Olympischen Spielen zuvor profitiert London dabei doppelt von der neuen Infrastruktur, denn die Zeche zahlt zum Großteil der Steuerzahler, die Stadtkasse belasten die Projekte weniger als man animmt. Darüber hinaus bekommt die Stadt von dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine gute Milliarde Euro. Das Geld ist für die laufenden Organisationskosten bestimmt und bleibt damit zum großen Teil in der Region. „Das wirkt sich wie eine große Finanzspritze aus“, sagt Preuß. Insgesamt gibt London wohl rund zwei Milliarden Euro für die Organisation der Spiele aus - Kosten für Infrastruktur nicht mit eingerechnet -, die fehlende Milliarde soll durch Sponsoring und Ticketing aufgebracht werden. Und wenn das nicht klappt? Dann kommt wieder der Steuerzahler ins Spiel, denn jeder Bewerber musste dem IOC zuvor eine Garantie geben, Defizite des Organisationskomitees zu übernehmen.

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