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Lurz hat zweites Gold im Blick

Schwimmer Thomas Lurz, der bei der WM in Montreal über fünf Kilometer bereits die Goldmedaille gewonnen hat, will nun auch seinen Titel über die 10-Kilometer-Strecke verteidigen.

Einmal Gold in der Tasche, das zweite vor Augen - Thomas Lurz sorgt beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) an einem trüben und regnerischen Tag zum Auftakt der Schwimm-WM in Montreal für gute Stimmung. Über die 5-Kilometer-Strecke ließ der Student der Sozialarbeit vom SV Würzburg 05 seine 31 Konkurrenten in einem langgezogenen "Sprint"über fast 1 500 Meter stehen und sicherte sich nach 51:17,2 Minuten auf der inzwischen in die Jahre gekommenen olympischen Ruderregatta-Strecke von 1976 den WM-Titel.

Zuerst schloss Vater Peter Lurz am Rande der Formel-1-Strecke auf der "Ile Notre Dame" seinen Filius in die Arme und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Backe. "Ich bin stolz auf dich", sagte Langstreckenchef Christian Bartsch (Rostock). "Seine Taktik ist genau aufgegangen", lobte er den Weltmeister, der damit den zurückgetretenen Titelverteidiger Grant Cleland (Australien) ablöste.

"Natürlich will ich den Titel verteidigen"

Für den 25 Jahre alten Mainfranken, der sich stets ruhig und bescheiden im Hintergrund hält und die Schlagzeilen lieber "Miss Langstrecke" Britta Kamrau aus Rostock überlässt, war es nach dem Sieg im vergangenen Jahr im Dubai Creek über zehn Kilometer bereits der zweite WM-Erfolg. "Jetzt kann ich mich mit dieser Strecke beschäftigen. Natürlich will ich den Titel verteidigen", kündigte Thomas Lurz für das Rennen am Mittwoch (18.30 Uhr Mesz) an.

Vielleicht kann er dann mit einer weiteren Medaille Freundin Annika Liebs (SV Würzburg 05) überraschen. Denn die trifft mit dem Schwimm-Team vom Vorbereitungscamp in Ottawa kommend in Montreal ein und wird im 50-Meter-Becken über 200m Rücken starten, während ihr Lebenspartner zwischen den "Kachelzählern" und den "Ultras" immer wieder pendelt.

Da das Langstreckenschwimmen nicht zum olympischen Programm gehört, konzentrierte er sich im Vorjahr auf das 50-m-Becken und qualifizierte sich für Olympia in Athen. Platz 22 über 1500m Freistil waren aber eine herbe Enttäuschung. Drei Monate später wurde er 10-km-Weltmeister.

In diesem Jahr verpasste er die WM-Qualifikation im Becken und kehrte auf die Langstrecke zurück und trat in die Fußstapfen seines früheren Würzburger Teamkollegen Christian Hein (SG Rheinhessen), der im Vorjahr über fünf Kilometer Silber gewonnen hatte und in Montreal über 400, 800 und 1500m Freistil wohl ohne Edelmetall bleiben wird.

Zweiter Job am Mikrofon

Nach dem Langstrecken-Auftritt ist die WM aber für Thomas Lurz noch nicht zu Ende. Bei Europsort wird er als Schwimmspezialist mit am Mikrofon sitzen und die Wettbewerbe im 50-m-Becken kommentieren. Vielleicht kann er ja über weiteren Medaillenglanz berichten. Am liebsten natürlich bei den 200m Rücken. "Da werde ich sicher ein wenig nervös sein", gibt er schon jetzt zu.

© SID

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