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Machtgerangel überschattet Straßen-WM-Auftakt

Zum heutigen Auftakt der Straßen-Weltmeisterschaft im spanischen Madrid bestimmen die Funktionäre die Schlagzeilen. Ungeachtet davon wollen die deutschen Medaillenhoffnungen in die Pedale treten.

Die heute beginnenden Straßen-Weltmeisterschaften markieren den letzten Saisonhöhepunkt. Im Hintergrund aber wird das Event durch einen internen Machtkampf des Weltverbands UCI geprägt. Überschattet vom offenen Bruch des noch amtierenden UCI-Präsidiums mit dem ausrichtenden spanischen Verband wurden die Titelkämpfe am Dienstag eröffnet. Die sportlichen Wettkämpfe könnten angesichts des drohenden Eklats bei den für Freitag vorgesehenen Präsidiums-Wahlen zur Nebensache werden.

"Die Feindseligkeiten zwischen den Funktionären kriegen mehr Schlagzeilen als die Leistungen der Sportler", sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping, der Süddeutschen Zeitung. Vorläufiger Höhepunkt im Macht-Gerangel zwischen den UCI-Oberen um Verbandschef Hein Verbruggen und der Opposition mit der ehemaligen BDR-Präsidentin Sylvia Schenk war die Abreise des Direktions-Komitees am Montagabend.

Nachfrage Verbruggens Streitpunkt

Hintergrund des Streits ist das Verhalten des Niederländers Verbruggen in der Frage seiner Nachfolge. Während der 64-Jährige seit Monaten offen den Iren Pat Mcquaid protegiert, wurden die Gegenkanditaten Gregorio Moreno (Spanien) und Darsan Singh (Malaysia) von ihm diskreditiert. Sie seien eine "wegen ihres Hintergrundes, ihrer Persönlichkeit oder ihrer Motivation schlechte Wahl", so Verbruggen, der nun sogar selbst noch einmal zur Wahl antreten will.

Der spanische Verband hat deshalb vor einem Schweizer Zivilgericht eine Klage gegen Verbruggen eingereicht, da der dem Wahlkongress am Freitag auch bei eigener Kandidatur vorstehen will. Am Mittwoch soll der UCI-Chef zu einer Anhörung in der Schweiz erscheinen.

Arndt Teilnahme am Zeitfahren unklar

Ganz andere Sorgen hat derweil WM-Titelverteidigerin Judith Arndt, die bislang als erste deutsche Medaillenhoffnung für Madrid galt. Allerdings ist ein Start der Leipzigerin im Zeitfahren noch fraglich. Die 29-Jährige von der Equipe Nürnberger leidet seit zwei Wochen an einer Viruserkrankung. "Die Vorbereitung war keinesfalls optimal. Aber wenn Judith an den Start geht, wird sie ihr Bestes geben", erklärte ihre Lebensgefährtin Petra Roßner, die neben Bundestrainer Jochen Dornbusch für die Betreuung der deutschen Starterinnen zuständig ist.

Doch selbst wenn Arndt ausfallen sollte, hätte der BDR in Trixi Worrack (Dissen) und Europameisterin Madeleine Sandig (Frankfurt/Main) zwei weitere Eisen im Feuer. "Beide haben sich längst in der Weltspitze etabliert", meint Roßner.

Rich rechnet sich Chancen aus

Während nach den Frauen am Mittwoch auch der männliche Nachwuchs "U23" zum Kampf gegen die Uhr (37,9 km) antritt, steht das Zeitfahren der Elite über 44 km am Donnerstag auf dem Programm. In Abwesenheit des zweimaligen Titelträgers Jan Ullrich rechnet sich der dreimalige Vize-Weltmeister Michael Rich erneut Medaillenchancen aus. Allerdings hat der Gerolsteiner-Profi aus Emmendingen "etwa 10" Hauptkonkurrenten im Kampf um Edelmetall auf der Rechnung.

© SID

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