Magnus Carlsen in Sotschi
Ein Star am Schachbrett

Das Wunderkind von Norwegen und die Nummer Eins auf der Schach-Weltrangliste: Magnus Carlsen löst mit seinem Talent eine regelrechte Begeisterungswelle aus. Nun will der 23-Jährige zum zweiten Mal Weltmeister werden.
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StockholmEin richtiger Bad Guy kann er sein. Seine Gegner würdigt er oftmals keines Blicks, teilnahmslos wirkt er, arrogant, manchmal abweisend. Das gehört zu seinem Spiel. Und das beherrscht er weltmeisterlich. Magnus Carlsen, dieser erst 23-jährige Norweger, will nun zum zweiten Mal in Folge Schach-Weltmeister werden.

Seinen Gegner kennt er bestens: Vor fast genau einem Jahr gewann Carlsen gegen den Inder, den mehrfachen Weltmeister Viswanathan Anand (44) in dessen Heimatstadt Chennai klar mit 6,5 zu 3,5. Er war damit einer der jüngsten Weltmeister der Schachgeschichte. Nun, sitzen sich die beiden wieder gegenüber, in Sotschi, dem russischen Olympia-Ort am Schwarzen Meer.

Seit dem Sieg des „Wunderkinds“, wie Carlsen in seinem Heimatland genannt wird, hat sich für den 23-jährigen Einiges verändert. „Du ziehst eine ganze Nation in Bann. Du bist unserer eigener Ronaldo! Unbeschreiblich!“ Die Kommentare auf der Internetseite des norwegischen Radio- und Fernsehsenders NRK überschlugen sich schon nach dem Sieg des ersten Titels von jungen Norwegers. Jetzt ist die Euphorie noch größer geworden. In seinem Heimatland ist Carlsen größer als all die vielen Ski-Idole.

Der Vormarsch des Youngsters hat in Norwegen eine Begeisterungswelle ausgelöst, die sonst nur Popstars oder Fußballern vorbehalten ist. Sämtliche norwegische Medien haben Reporter ins weit entfernte Sotschi entsandt. VG, die größte Boulevard-Zeitung des Landes, hat eigens einen Fernsehkanal gestartet, der alle Partien überträgt. 277.000 Zuschauer verfolgten die Eröffnungspartie, die mit einem Remis zwischen Carlsen und Anand endete. „Das waren weit mehr als wir erwartet haben“, freute sich Chefredakteur Helje Solberg.

Auch der öffentlich-rechtliche TV-Sender NRK überträgt im Internet sämtliche Partien. Experten, ehemalige Weltmeister und Prominente kommentieren jeden Schachzug. Und die Zuschauer fiebern mit. „Habe zwar null Ahnung von Schach, aber das hier ist total spannend“, schrieb Anita im Chat von NRK. Und sie ist nur eine von Hunderttausenden, die das Schachfieber gepackt hat.

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