sonstige Sportarten
Mailand im Derbyfieber

Vor dem Viertelfinal-Stadtduell in der Champions League befindet sich Mailand im Ausnahmezustand. Das Euro-Derby teilt Norditaliens Metropole in ein Milan- und ein Inter-Lager. Auch unter den Fußballprofis grassiert das Derby-Fieber.

dpa MAILAND. Vor dem Viertelfinal-Stadtduell in der Champions League befindet sich Mailand im Ausnahmezustand. Das Euro-Derby teilt Norditaliens Metropole in ein Milan- und ein Inter-Lager. Auch unter den Fußballprofis grassiert das Derby-Fieber.

"Milan gegen Inter ist für mich wie ein WM-Finale", sagte AC Mailands Stürmerstar Kakà vor dem Hinspiel im ausverkauften San-Siro-Stadion. Für Inter Mailands Dejan Stankovic sind die beiden Europacup-Duelle die "wichtigsten Spiele der letzten fünf Jahre". Anders als Meister AC Mailand, der als Serie-A-Spitzenreiter Richtung Titelverteidigung marschiert, geht es für Inter in der Champions League um alles oder nichts. "Entweder wir kommen weiter oder wir sind in dieser Saison gescheitert", meinte Stankovic.

Inter steht mit dem Rücken zur Wand. Wieder einmal hatte Club-Besitzer Massimo Moratti mehr Geld in sein Star-Ensemble gepumpt als alle und mit Trainer Roberto Mancini auch noch einen neuen "Dirigenten" geholt. Außer der Rekordzahl von 17 Unentschieden hat der Tabellendritte der Serie A bislang aber nicht viel zu Wege gebracht. Deshalb sehnen die Inter-Fans so sehr die Revanche für das Champions-League-Aus im Halbfinale 2003 gegen Milan herbei.

Alles spricht aber wieder für Milan: Inters Sturm-Misere nimmt dramatische Züge an. Alvaro Recoba fehlt nach einer Knöcheloperation, der mit 15 Serie-A-Treffern mit Abstand beste Inter-Torjäger Adriano hat erst am Wochenende wieder mit dem Lauftraining begonnen, und Nationalstürmer Christian Vieri hat seit mehr als einem Monat nicht gespielt. Trainer Mancini muss somit auf den Notsturm mit Cruz und Obafemi Martins sowie seinen genialen Freistoßkünstler Sinisa Mijhailovic setzen.

Milans Trainer Carlo Ancelotti kann dagegen fast aus dem Vollen schöpfen. Sogar Europas Fußballer des Jahres, Andrej Schewtschenko, kann nach seinem Jochbeinbruch wieder auflaufen. Milans Stürmerstar gibt gegen Inter nach zweimonatiger Pause sein Comeback. "Er kann das Spiel gar nicht mehr erwarten", verriet Teamkollege Kakà.

Anders als Inter geht Milan mit viel Selbstvertrauen in das Prestige-Duell. Trainer Ancelotti, der den Makel des "ewigen Zweiten" abgestreift hat und mit dem Champions-League-Titel 2003 sowie der Meisterschaft 2004 zum erfolgreichsten Trainer der vergangenen Jahre in Italien aufgestiegen ist, glaubt fest an seinen zweiten Champions-League-Pokal mit Milan. 2003 setzte sich der AC gegen Inter im Halbfinale durch. "Diesmal schalten wir Inter auf dem Weg zum Titel eben im Viertelfinale aus", spotteten die siegessicheren Milan-Fans.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%