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Mannheim und DEG eröffnen neue DEL-Saison

Mit der Partie zwischen Vizemeister Adler Mannheim und den DEG Metro Stars startet die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) heute in die zwölfte Spielzeit. In dieser Saison soll zum letzten Mal ein Absteiger ausgespielt werden.

120 Tage nach dem Abstieg der Nationalmannschaft geht die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in ihre zwölfte Saison. Von Spätfolgen des WM-Debakels ist nur wenig zu spüren. Erstmals gibt es in Deutschland einen Profi-Schiedsrichter. Außerdem verzeichneten alle Vereine steigende Etats und haben mehr junge Talente in ihren Kadern. In Mannheim steht außerdem jetzt die modernste Halle Deutschlands.

"Wir haben Glück, dass in dieser Saison Olympia ist"

"Wir haben Glück, dass in dieser Saison Olympia ist, dadurch merkt es fast keiner", sagt Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), vor dem heutigen Auftaktspiel (19.30 Uhr/live bei Premiere) zwischen Vizemeister Adler Mannheim und den DEG Metro Stars.

Die Olympischen Spiele in Turin (10. bis 26. Februar), für die die DEB-Auswahl schon vor dem WM-Abstieg qualifiziert war, lassen den Absturz in die Zweitklassigkeit in den Hintergrund rücken. "Dadurch wird vieles überdeckt", sagt Reindl, warnt aber: "Der Wiederaufstieg im April ist zwingend notwendig, sonst kommt der Knick."

"Die Terminhatz ist natürlich groß"

Wegen der B-WM im französischen Amiens (24. bis 30. April 2006), bei der Bundestrainer Greg Poss den Betriebsunfall Abstieg beheben soll, muss die DEL ihren Meister früher küren als bisher. "Die Terminhatz ist natürlich groß", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Doch weitere negative Konsequenzen gibt es für die Profiliga (noch) nicht.

Denn trotz der Pleite des DEB-Teams boomt die DEL weiter. Die 14 Klubs haben zum zweiten Mal in Folge ihre Etats angehoben und sich damit endgültig von der Rotstiftpolitik der Vergangenheit verabschiedet. Von 4,7 auf 4,9 Mill. Euro stiegen die Budgets im Schnitt. "Wir haben die allgemeine wirtschaftliche Talsohle durchschritten", sagt Tripcke und verweist darauf, dass die DEL trotz schwieriger Bedingungen einen Ligasponsor (Gelbe Seiten/95 000 Euro pro Klub) gefunden und einen neuen Fernsehvertrag (Premiere/195 000 Euro pro Klub) abgeschlossen habe.

Mannheim zieht in neue Arena um

Neuer Branchenführer ist Vizemeister Mannheim, der auch von seiner neuen, 13 600 Zuschauer fassenden und 100 Mill. Euro teuren Halle profitiert. Von 6,7 auf 8,0 Mill. Euro schraubten die Kurpfälzer ihren Etat - weil künftig durchschnittlich mindestens 8 000 Fans in der neuen High-Tech-Arena ihre Adler anfeuern sollen. "Wir tauschen eine der schlechtesten Halle gegen die derzeit beste. Das ist ein weiterer Quantensprung", sagt Tripcke über den Umzug des Rekordmeisters aus dem maroden Friedrichspark in die modernste Multifunktionshalle Deutschlands.

Im Schatten der Adler erhöhten auch neun weitere Klubs ihre Budgets. Damit die Erstligisten künftig "mehr Planungssicherheit" haben, will die DEL ab 2006/07 den sportlichen Auf- und Abstieg abschaffen. In dieser Saison soll letztmals ein Absteiger ausgespielt werden. Der EV Duisburg, der als Zweitliga-Meister in die DEL aufrückte, wäre damit der vorletzte sportliche Aufsteiger.

Deutsche Spieler auf dem Vormarsch

Weiter auf dem Vormarsch sind die deutschen Spieler. Obwohl die DEL erstmals seit sechs Jahren die kontinuierliche Reduzierung der Ausländerplätze gestoppt hat, ist der Anteil der Deutschen von 59 auf 61 Prozent gestiegen. 1997 war die Quote nach dem Bosman-Urteil auf 32 Prozent gesunken. Erfreulich: Vor allem junge Talente sorgten in der Vorbereitung für Furore. "Das Potenzial ist da, und die Qualität ist besser geworden", sagt Reindl.

Die jungen Deutschen profitieren davon, dass die NHL-Profis nach dem Ende des Arbeitskampfes wieder nach Nordamerika zurückgekehrt sind und die DEL-Klubs sich bislang mit Neuverpflichtungen schwer tun. Denn in der NHL sind aufgrund der neuen Gehaltsobergrenzen vor allem preiswerte Spieler gefragt - genau die, die sonst häufig nach Deutschland wechseln.

Eisbären Berlin sind Titelfavorit

Titelverteidiger Eisbären Berlin hat aus diesem Grund bislang nur Nachwuchsspieler verpflichtet, "echte" Neuzugänge sind noch Fehlanzeige. Dennoch ist der Meister Topfavorit in der neuen Saison. Zehn der 14 Trainer nannten die Eisbären in der sid-Umfrage als Titelkandidaten. Hartnäckigster Konkurrent werden nach Meinung der Coaches die Kölner Haie (sieben Nennungen) sein.

Die DEL setzt in der neuen Saison als erste deutsche Eliteklasse Profi-Schiedsrichter ein. Zunächst sollen drei professionelle Referees für Ordnung auf dem Eis sorgen. Vorreiter ist der US-Amerikaner Rick Looker, der bisher in der NHL pfiff. Dann sollen zwei weitere Unparteiische aus Deutschland hinzustoßen. Die DEL lässt sich das Projekt rund 500 000 Euro pro Saison kosten.

© SID

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