Marine-Golf-Club
Sylt lädt zum Billig-Golfen

Golfer gelten als feine Schnösel. Ausgerechnet auf Sylt, einem der wohl elitärsten Fleckchen Deutschlands, ist das anders. Dort hat sich ein Klub als gemeinnützige Genossenschaft organisiert. Wie der Verein den Luxus-Sport zum erschwinglichen Hobby machen will.
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WESTERLAND. Golf hat in Deutschland ein Imageproblem. Der Sport gilt als teuer, die Klubmitgliedschaft als Prestigeobjekt der Besserverdienenden. Wer seine Wochenenden damit verbringt, sein Handicap nach unten zu schrauben, der gerät schnell in den Verdacht, sich für etwas Besseres zu halten und den Umweltschutz nicht allzu groß zu schreiben.

Ausgerechnet auf Sylt, einem der wohl elitärsten Fleckchen Deutschlands, ist das anders. Auf der Nordseeinsel findet sich mit dem Marine-Golf-Club Sylt die erste deutsche Anlage, die als gemeinnützige Genossenschaft organisiert ist. Auf Sylt, könnte man sagen, ist Golf ein Mannschaftssport.

Deutsche Golfanlagen sind in der Regel als GmbH oder KG organisiert. Auch kleinere Aktiengesellschaften sind als Rechtsform nicht unüblich. Aber eine Genossenschaft? „In dieser Form sind wir in Deutschland sicher einzigartig“, sagt Klub-Manager Nico Johannsen. „Das Genossenschaftsmodell kennt man sonst ja eher aus dem Bankwesen oder der Landwirtschaft.“

Doch auf Sylt ergab sich für die Mitglieder des bis Anfang des Jahrzehnts noch als Verein eingetragenen Golfklubs eine besondere Situation. 2002 sollte die seit 1980 bestehende Anlage modernisiert und erweitert werden. Die Herausforderung lag damals darin, die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben, ohne dabei gewachsene Strukturen aufzubrechen. Die Mitglieder durften das Vertrauen in die Vereinsführung nicht verlieren, erläutert Johannsen. „Es wäre gar nicht möglich gewesen, den Verein einfach abzuschaffen. Das hätten die Mitglieder niemals mitgemacht.“

Gegen eine Umwandlung des alten Modells in eine Genossenschaft sprach jedoch nichts. 4000 Euro an Genossenschaftsanteilen musste jedes Mitglied beisteuern. Mit den Erlösen kaufte der Verein neuen Grund zu der bereits genutzten Fläche hinzu. Der alte Platz wurde komplett neugestaltet und erweitert.

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  • Ich verstehe wirklich nicht, warum Golf in Deutschland noch immer so ein elitäres und verstaubtes Image hat. Alles nur auf die Preise zurückzuführen ist wohl ein wenig zu einfach. Als Anfänger kann man sich ja wirklich günstige Golfsets zulegen. Und auch einen Kurs oder ein Wochenende kann man sich als Normalverdiener eigentlich schon leisten. Zumindest sind ausgewiesene Golfhotels in Deutschland schon ab 50 Euro/ Nacht buchbar, wie man bei golf-und-hotel.de sieht.

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