sonstige Sportarten Mario Theissen: „Das Ganze wird heißgekocht“

Sind Sie unehrlich, wie Williams-Teilhaber Patrick Head behauptet?
Streitereien Quelle: dpa

Mario Theissen während einer Pressekonferenz von BMW-Williams in Montreal.

(Foto: dpa)

Sind Sie unehrlich, wie Williams-Teilhaber Patrick Head behauptet?

Theissen: "Ich habe von dem Interview gehört, als ich hier nach Montréal kam. Ich war sehr überrascht darüber und habe mit Teamchef Frank Williams gesprochen. Auch er war überrascht."

Wie halten Sie von den Äußerungen?

Theissen: "Ich meine, es ist bestimmt nicht hilfreich, solche Kommentare zu machen, vor allem nicht in einer Umgebung wie die Formel 1. Wenn die Kommentare von einem Kommentator gekommen wären, könnte man sie ignorieren. Aber Patrick ist ein Teil der Teambesitzer und er trägt die Verantwortung für seine Leute und das Team."

Haben die Äußerungen irgendeinen Einfluss auf die Entscheidung des BMW-Vorstandes, sich von Williams möglicherweise zu trennen?

Theissen: "Nach Indy gehen wir nach Hause, unsere strategische Ausrichtung auszuarbeiten. Wir werden sicher auch diskutieren, was diese Äußerung für eine Rolle spielt. Aber ich bewerte das nicht zu hoch. Dann werden wir eine Entscheidung treffen. So einfach ist das."

Glauben Sie, dass hinter Heads Äußerungen Frust steckt wegen der Spekulation um eine Sauber-Übernahme durch BMW?

Theissen: "Aus der Äußerung spricht eine Menge Frust. Ich habe den Eindruck, dass Patrick, seit er nicht mehr selbst bei den Rennen ist, sich mehr aus Presseberichten eine Meinung macht, weil er nicht jedes Mal im Tagesgeschäft dabei ist. Und das kann eine Rolle spielen."

Ist die Beziehung zu Williams nicht längst in einer Sackgasse?

Theissen: "An diesem Wochenende wird das Ganze ziemlich heiß gekocht, nach meinem Verständnis wesentlich heißer, als es ist. Ich würde jetzt gern eine Woche darüber vergehen lassen. Dann einfach emotionslos diskutieren, welche Möglichkeiten haben wir für die Zukunft und welche Bedeutung hat dieser einzelne Vorfall."

Wie ist die Stimmung im Team nach all den Auseinandersetzungen?

Theissen: "Ich habe vorhin bewusst gesagt, dass die Techniker und Ingenieure so gut zusammenarbeiten, wie sie es immer getan haben. Da ist das kein Thema. Und wir sorgen dafür, dass es auch keins wird."

Frank Williams hat in einem Interview gesagt, die Zusammenarbeit mit Renault und Honda als Motorenpartner sei früher besser gewesen.

Theissen: "Ich glaube, dass sich die Arbeitsweise in den letzten zehn Jahren erheblich verändert hat. Vor allen in der ersten Hälfte der 90er Jahre war es so, dass der Motorenpartner den Motor geliefert hat. Sonst nichts. Wir arbeiten heute schon viel vernetzter, als es noch vor fünf Jahren der Fall war."

Wie finden Sie, dass Williams mit etwaigen anderen Partnern redet?

Theissen: "Ich gehe davon aus und Frank hat dies bestätigt, dass er sich im Interesse seiner Firma selbstverständlich um andere Optionen kümmert. Das muss er auch."

Aufgezeichnet von Claas Hennig, dpa

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