Martina Ertl-Renz nur auf Rang 19
Hänger am Hang

Martina Ertl-Renz findet ihre Form einfach nicht und gibt sich und ihren Trainern Rätsel auf. Selbst in ihrer Paradedisziplin dem Riesenslalom lief es am Wochenende nicht rund.

HB OFTERSCHWANG. Vielleicht sollte sich Martina Ertl-Renz Julia Mancuso anschließen. Sie werde jetzt erst einmal eine Trainingspause einlegen, erzählt die US-Amerikanerin nach ihrem dritten Platz beim Weltcup-Riesenslalom von Ofterschwang. "Ich werde mit meiner Schwester im Wohnmobil unterwegs sein. Wir ziehen dann ein bisschen durch die Gegend und gehen Skifahren", lautet die verblüffende Antwort der 21-Jährigen auf die Frage nach ihrer Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele, die am Freitag beginnen. "Ich denke", fügt das US-Girl hinzu, "meine Schwester und ich werden rechtzeitig in Turin sein."

Martina Ertl-Renz wird pünktlich in Piemont ankommen. Da gibt es keinen Zweifel. Aber sie wird weniger locker und entspannt als Julia Mancuso dort eintreffen. Auch nach den Rennen im Allgäu gibt die Lenggrieserin sich und den Trainern große Rätsel auf. Aus der ehemaligen Siegläuferin ist in dieser Saison eine Mitläuferin geworden. Platz 19 in ihrer früheren Paradedisziplin Riesenslalom, 2,88 Sekunden Rückstand auf die zeitgleichen Siegerinnen Anja Pärson und Maria José Rienda - der letzte Test vor Turin war für die Olympia-Dritte von 2002 mehr als ernüchternd. Aber eine Auszeit à la Mencuso, um einmal abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen, will sich Martina Ertl-Renz dennoch nicht nehmen. "In wenigen Tagen beginnen die Olympischen Spiele", sagt die 32-Jährige. "Da macht eine solche Aktion keinen Sinn mehr."

Und so wird sich Ertl-Renz mit dem kleinen Häufchen DSV-Damen, die unfallfrei durch den Winter gekommen sind, auf zum Training nach Südtirol machen. Wahrscheinlich wird sie wie schon in den vergangenen Wochen auf den Übungshängen in den Dolomiten ansprechende Leistungen zeigen. "Es ist nicht eine Frage des Nichtkönnens", sagt Cheftrainer Wolfgang Maier, der sich an diesem Wochenende vor allem über den 5. Platz von Annemarie Gerg im Slalom freuen konnte - Ertl-Renz schied im 1. Durchgang aus. "Martina schafft es nur nicht, ihre Leistungen aus dem Training im Rennen umsetzen." Woran das liegt, wissen Maier und seine Trainerkollegen freilich nicht. "Das ist eine müßige Frage", weicht er aus.

Weil niemand, auch sie selbst keine Antwort darauf weiß, wirkt Ertl-Renz reichlich resigniert. Wenn sie lächelt, wirkt es gequält. Und wenn sie ins Publikum winkt, das die Oberbayerin trotz mäßiger Resultate immer noch lieb hat, erinnert das an einen müden Abschiedsgruß.

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