sonstige Sportarten
Matthäus in Leipzig: „Hier riecht es noch nach Fußball“

Der zweimalige Weltfußballer Lothar Matthäus hat in den Niederrungen des ostdeutschen Fußballs sportliches Neuland betreten. Er führte den jetzigen Elftligisten 1. FC Lokomotive Leipzig mit dem 1:0-Sieg gegen SV Ost 1 858 Leipzig ins Endspiel um den Stadtpokal.

dpa LEIPZIG. Der zweimalige Weltfußballer Lothar Matthäus hat in den Niederrungen des ostdeutschen Fußballs sportliches Neuland betreten. Er führte den jetzigen Elftligisten 1. FC Lokomotive Leipzig mit dem 1:0-Sieg gegen SV Ost 1 858 Leipzig ins Endspiel um den Stadtpokal.

"Es war einfach geil. Hier riecht es noch nach Fußball", sagte Matthäus, der nach 76. Minuten völlig ausgepumpt den Platz verließ. Nach fünf Jahren stand der ehemalige Bayern-Profi Und Rekordnationalspieler wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Platz. "Ich habe mich seit vier Wochen auf das Spiel vorbereitet und an meiner Kondition gearbeitet", berichtete der 44-Jährige, der von über 6 000 Lok-Fans gefeiert wurde.

Sofort mit Spielbeginn übernahm der fünf Stunden vor dem Anpfiff eingeflogene Matthäus das Kommando auf dem Feld. Mit ausgestrecktem Arm und lauter Stimme dirigierte er seine Mitspieler. Fast jeden Freistoß oder Eckball führte er selbst aus. Und dass er immer noch mit dem Ball umgehen kann, bewies er mehrfach. Zur Halbzeit stand es jedoch nur 0:0. "Da muss ich wohl die zweite Hälfte noch spielen", sagte Matthäus. Mit seinem schweißdurchtränkten Trikot mit der Nummer zehn lief er schnell in die Kabine, um noch ein paar Worte an das Team zu richten. "Lothar hat gesagt, dass wir es noch packen. Er wollte unbedingt weiter spielen", verriet Lok-Trainer Rainer Lisiewicz, was in der Kabine gesprochen wurde.

War Matthäus in der ersten Halbzeit noch Zweikämpfen meist aus dem Weg gegangen, nahm er nun jedes Duell an. Er grätschte, trieb seine Mannschaft nach vorn und hätte beinahe noch ein Tor erzielt, doch sein Schuss aus sechs Metern hielt der Torwart Steve Jäger. "Seine Klasse ist oft aufgeblitzt. Er hat sich toll in die Mannschaft eingefügt. Er hat ja jetzt einen gültigen Spielerpass. Ich denke, dass er noch einmal für Lok auflaufen wird", meinte Coach Lisiewicz.

Als Matthäus vom Platz ging, riefen die Fans "Lok-Lothar, wir danken dir". Der ungarische Auswahltrainer winkte und gab den Dank zurück: "Hier wird noch Fußball gelebt." Der Fußball- und Medien- Profi gab bereitwillig Interviews für rund 50 Journalisten. "Damit hat sich mein Auftritt bei Lok schon gelohnt. Ich wollte Aufmerksamkeit für die Fußballstadt Leipzig erzielen", sagte er. Weitere Unterstützung für den ehemaligen Europapokal-Finalisten schloss er nicht aus. Nach zwei Insolvenzen musste der Nachfolger vom ersten deutschen Fußball- Meister VfB Leipzig in der 3. Kreisklasse neu beginnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%