Medaille ist Pflicht
Biathleten planen vierten Streich

Zweimal Gold und einmal Bronze. Die Bilanz der deutschen Biathleten liest sich auch bei den Olympischen Winterspielen in Turin äußerst positiv. Aber dem nicht genug. Neben Norwegen gehört das Quartett um Startläufer Ricco Groß auch heute wieder zu den engsten Medaillenanwärtern.

SAN SICARIO. Nach zwei Goldmedaillen und einer bronzenen geht die deutsche Biathlon- Herrenmannschaft heute mit breiter Brust in die vier Mal 7,5 Kilometer lange Staffel. "Unsere Zielsetzung für die Staffel ist ganz klar: Wir wollen eine Medaille holen. Das ist ein realistisches Ziel und ist auch nicht untertrieben", sagte Sven Fischer, der den zehn Kilometer Sprint heute vor genau einer Woche gewann, der Handelsblatt Olympia News.

Doch zu viel will auch Fischer nicht versprechen: "Natürlich gehören wir zu den Favoriten, dazu die Norweger, die Franzosen und die Russen. In der Staffel können aber auch ganz andere nach vorne laufen: Auf die Tschechen, die Österreicher oder die Finnen muss man sicher ein Auge haben", sagte der 34-Jährige, der bereits zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt. 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano gewann der Routinier bereits mit der Staffel die Goldmedaille.

Bundestrainer Frank Ullrich baut darauf, dass "seine Jungs" die vierte Medaille bei diesen Spielen einfahren. Als stärksten Konkurrenten sieht er die Norweger um Altmeister Ole Einar Björndalen. Die Skandinavier haben es bislang bei allen Rennen auf das Treppchen geschafft - allerdings noch nicht nach ganz oben. Bei den Spielen in Salt Lake City 2002 hatten sie Staffelgold geholt. Zuvor hatten sich seit 1992 immer deutsche Teams durchgesetzt.

Ullrich hat für das Rennen neben Fischer auch den weiteren Routinier Ricco Groß aufgestellt. Der war bei allen Spielen seit 1992 Startläufer der Staffel und hat bereits dreimal mit ihr gewonnen. Gesetzt ist auch Olympiasieger Michael Greis, der die 20 Kilometer am ersten Wettkampftag in San Sicario gewonnen hatte. Komplettiert wird das Quartett durch Shootingstar Michael Rösch. Bundestrainer Ullrich hatte den 22-Jährigen nach dem 35. Platz (sechs Schießfehler) über 20 Kilometer zwischenzeitlich aus dem Team genommen. Der Polizeimeister aus Altenberg hatte in diesem Jahr in Ruhpolding sein erstes Weltcup-Rennen gewonnen. Sein Vater hatte 1980 in Lake Placid zusammen mit Ullrich Staffel-Silber geholt.

Grischa Brower-Rabinowitsch
Grischa Brower-Rabinowitsch
Handelsblatt / Ressortleiter Unternehmen & Märkte
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