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Medaillenflut für deutsche Kanuten in Posen

Die deutschen Kanuten haben bei den Europameisterschaften in Posen einen neuen Medaillenrekord aufgestellt. Insgesamt holten die Athleten zehn Gold-, fünf Silber- und sieben Bronzemedaillen.

Mit einem Traumergebnis haben die deutschen Kanuten die Europameisterschaften in Posen abgeschlossen und sich für die anstehende WM in die Favoritenrolle gepaddelt. Mit insgesamt zehn Gold-, fünf Silber- und sieben Bronzemedaillen auf den drei Strecken knüpfte das verjüngte Team auf dem Maltasee nahtlos an den Siegeszug von Athen an.

Die 43-jährige Birgit Fischer führte den 1 000-m-Viererkajak auf Platz zwei und holte im abschließenden Sprint mit ihrer 25 Jahre jüngeren Nichte Fanny Fischer Bronze, muss aber ab Montag mit einem speziellen Zinkverband ihr durch eine Sehnenscheidenentzündung lädiertes linkes Bein für eine Woche ruhigstellen.

Nach der gelungenen Premiere des Familien-Bootes sprach sie zwar von einem leichten gesundheitlichen Rückschlag, glaubt aber "bis zur WM richtig fit" zu sein. Am Montag, exakt 25 Jahre nach ihrem ersten Olympiasieg 1980 in Moskau, ist die medizinische Behandlung wichtigster Programmpunkt.

Fast in jedem Rennen gab es Edelmetall

"Ein fabelhaftes Ergebnis, aber es mahnt zur Vorsicht. Die anderen Nationen werden sich das nicht gefallen lassen", sagte DKV-Präsident Olaf Heukrodt. Sportdirektor und Interims-Cheftrainer Jens Kahl ergänzte: "Die Konzeption für die WM in vier Wochen in Zagreb stimmt so ziemlich. Wir müssen aber aufpassen, dass keiner abhebt." Das bisherige Rekord-Ergebnis der EM 2001 mit sechs Titeln wurde klar übertroffen. In 27 Entscheidungen gab es 22 Medaillen.

Für das überraschendste Gold sorgte die 19-jährige Nicole Reinhardt aus Lampertheim im 500-m-Einerkajak. "Wenn mir das einer vorher gesagt hätte, den hätte ich für bescheuert erklärt", sagte die Junioren-Vizeeuropameisterin nach ihrer Premiere.

Vesely absolut begeistert

Canadier-Bundestrainer Kay Vesely fand das Abschneiden seiner Schützlinge "einfach nur Wahnsinn". Die Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) auf allen drei Distanzen, Olympiasieger Andreas Dittmer auf seiner Lieblingstrecke 1000m ("Da habe ich mich nach der Olympia-Niederlage zurückgemeldet") und der neue Vierer-Canadier mit Robert Nuck (Leipzig) als Schlagmann ebenfalls über den Kilometer waren nicht zu schlagen.

Außerdem lagen die Zweierkajak-Olympiasieger Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam) über 500m, der Damen-Viererkajak mit Schlagfrau Carolin Leonhardt (Mannheim) über 500 und 200m sowie Katrin Wagner-Augustin (Potsdam/"Ein Geburtstagsgeschenk für Mutti") über 1000m vorn. Neben dem Fischer-Vierer gab es Silber noch für Lutz Altepost (Essen) im Einerkajak und Maike Nollen/Nadine Opgen-Rhein (Berlin/Essen - jeweils 500m) sowie Rauhe/Wieskötter und Conny Waßmuth (Magdeburg) im Sprint.

Bemerkenswert ist auch der Erfolg des Vierer-Canadiers. Nuck war als Schlagmann nach seiner Zwei-Jahres-Sperre wegen einer verweigerten Dopingkontrolle und einer vorherigen sechsmonatigen Sperre wegen der Einnahme von Cannabis der Antreiber. "Dieser Erfolg gibt eine Menge Selbstvertrauen und hat unseren Stand im DKV sicher verbessert", meinte der 22 Jahre alte Student aus Leipzig. Vesely sieht ihn als Führungspersönlichkeit.

Herren-Viererkajak das einzige Sorgenkind

Bronze steuerten zur Bilanz des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) über 1000m die Zweierkajaks mit Andreas Ihle/Marco Herszel (Magdeburg) und Nollen/Opgen-Rhein sowie am Sonntag der Neubrandenburger Dittmer über 500m und zweimal der Vierer-Canadier bei. Ein Problemfall bleibt der Herren-Viererkajak mit dem 18-jährigen Berliner Norman Bröckl als Schlagmann, der lediglich auf die Ränge acht und fünf paddelte, sich aber wenigstens mit Bronze im Sprint trösten konnte.

© SID

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