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Medaillenhoffnung Bartels mit gutem Auftakt

Die Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes liegen bei der WM in Helsinki am ersten Tag auf den Schultern von Ralf Bartels. Der Kugelstoßer erfüllte mit einem souveränen Auftritt die Hoffnungen.

Medaillenhoffnung Ralf Bartels sorgte mit seiner Kugel bei der Leichtathletik-WM in Helsinki für einen erfolgreichen Start der deutschen Aktiven. Vor 15 000 Zuschauern, die im Olympiastadion von 1952 den Auftakt der Titelkämpfe von 1 800 Athleten aus 196 Ländern erlebten, sicherte der 27 Jahre alte Neubrandenburger mit 20,56m gleich im ersten Stoß die Finalteilnahme am gleichen Abend. "Ich bin sehr zufrieden. Wenn ich noch etwas zulegen kann, sieht´s richtig gut aus", meinte der EM-Dritte von 2002.

Der Auftakt bescherte auch gleich Überraschungen. Zwar nicht für das 52-köpfige Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), das beim Auftritt der ersten fünf Athleten ohne Ausfall blieb. Aber für den dreimaligen Weltmeister John Godina (USA), der angeschlagen das Kugelstoß-Finale verpasste, und Schwedens Siebenkampf-Olympiasiegerin Carolina Klüft, der ein Favoritensturz durch Frankreichs Vize-Weltmeisterin Eunice Barber droht.

Dopingaffäre sorgt für Unruhe

Zudem sorgte eine Dopingaffäre für Unruhe: Die Polizei fand Wachstumshormone und das anabole Steroid Testosteron im Haus des finnischen Diskustrainers Kari Mattila, der bis Oktober noch WM-Teilnehmer Timo Tompuri betreut hatte. Auf die WM hat der Fall noch keine Auswirkung.

"Alle fünf weiter. Das beflügelt auch die anderen", meinte der Leitende DLV-Trainer Jürgen Mallow zum DLV-Auftakt. Im Hammerwerfen erreichten der Leverkusener Markus Esser mit 76,45m nach einer Zitterpartie als Achter und der Saarbrücker Holger Klose mit 76,47m als Siebter den Final-Vorkampf am Montag. Die Halbfinals am Sonntag erreichten jeweils als Vorlauf-Fünfte und Zeitschnellste unter den nicht direkt Qualifizierten die deutschen Meister Monika Gradzki (Wattenscheid) in 2:01,56 Minuten über 800m und Christian Duma (Frankfurt) in 50,04 über 400m Hürden. "Mindestziel erreicht. Wenn ich ins Finale komme, mache ich einen Luftsprung", meinte Gradzki.

Doch so souverän wie Bartels wirkten alle nicht. "Vorn ist alles offen. Ich fühle mich bestens", meinte der 27-Jährige, der in der Qualifikation nur vom Amerikaner Christian Cantwell (21,11) und dem dänischen Olympia-Dritten Joachim Olsson (20,85) übertroffen wurde. Zu seinen Rivalen am Abend gehörten auch Olympiasieger Juri Belonog (Ukraine/20,21), der Olympia-Zweite Adam Nelson (USA/20,35) und Weißrusslands Titelverteidiger Andrej Michnewitsch (20,54).

Spannung im Siebenkampf

Titelverteidigerin Carolina Klüft, wegen einer Verletzung am Fuß bandagiert, lag nach drei Siebenkampf-Disziplinen 32 Punkte hinter Barber (2 993), die glänzend startete in 12,94 Sekunden über 100m Hürden und danach im Hochsprung 1,91m meisterte. Klüft schaffte nach guten 13,19 nur 1,82m, konterte aber mit Bestweite von 15,02m im Kugelstoßen. "Ich kann nur mein Bestes geben. Der Fuß schmerzt nicht sehr, aber ist etwas unstabil", meinte Klüft.

Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg), bei Olympia noch Sechste, erzielte bei störendem Gegenwind von 2,2m nur 13,98 Sekunden über die Hürden, konnte mit 1,79m keinen Boden gutmachen und war nach dem Kugelstoßen (14,04) als dritter Disziplin mit 2 744 Punkten Neunte. Auch die frühere Hallen-Europameisterin Karin Ertl (LAC Fürth/München/Würzburg) blieb mit 2 651 Zählern auf Rang 15 nach schwachen 1,73m im Hochsprung hinter den Erwartungen zurück. Lilli Schwarzkopf (Paderborn) belegte im Zwischenklassement Position 15 (2 640).

Während 400-m-Hürden-Weltmeister Felix Sanchez (Dominikanische Republik) humpelnd vor dem Aus zu stehen scheint und im Dreispung Olympiasiegerin Francoise Etone (Kamerun) kurzfristig auf den Start verzichtete, brachte der 100-m-Auftakt keine Überraschungen. Schnellster war Leonard Scott in 10,13 Sekunden, Favorit Justin Gatlin (ebenfalls USA) gewann seinen Vorlauf in 10,16.

© SID

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