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Medaillenträume von Böhm und von Harnier geplatzt

Kein Glück hatten Annett Böhm und Anna von Harnier in ihren Bronzekämpfen bei der Judo-WM in Kairo. Die beiden enttäuschten WM-Dritten von 2003 mussten sich trotz starker kämpferischer Leistung mit Rang fünf begnügen.

Die deutschen Judoka stehen bei Halbzeit der Weltmeisterschaft in Kairo weiter ohne Medaille da, weil Annett Böhm und Anna von Harnier ihre Bronze-Kämpfe verloren. Die beiden enttäuschten WM-Dritten von 2003 mussten sich diesmal trotz starker kämpferischer Leistung mit Rang fünf begnügen. Zudem konnte Europameister Ole Bischof (Abensberg) in der 81-kg-Klasse nicht die Nachfolge des nicht mehr aktiven Weltmeisters Florian Wanner (Großhadern) antreten und schied vorzeitig aus.

In die Falle gegangen

"Schade, ich bin der Slowenin in die Falle gegangen. Sehr ärgerlich", meinte die Leipzigerin Annett Böhm, die sich im Bronze-Duell der 70-kg-Klasse gegen Ex-Europameisterin Rasa Sranka (Slowenien/EM-Gold 2003 in Düsseldorf) aus einem Festhaltegriff nicht mehr befreien konnte. "Ganz bitter, in der Verlängerung zu verlieren. Ich habe alles gegeben", sagte Anna von Harnier. Die 24-Jährige forderte Sydney-Olympiasiegerin Druilis Gonzalez über die volle Zeit, ehe nach 30 Sekunden der Verlängerung ein Yuko (mittlere Wertung) den Ausschlag gab.

Die in der WM-Vorbereitung durch diverse Verletzungen (Schulterblessur, Mittelfußbruch) zurückgeworfene Sportstudentin Annett Böhm musste nach vermeidbarer Drittrunden-Schlappe gegen Marina Prischepa (Ukraine) über die Hoffnungsrunde ihre Chance suchen, zeigte sich bei drei Siegen auf dem Weg in den Bronzekampf aber körperlich fit. "Annett hat enorm fleißig trainiert und so ihren großen Rückstand aufgeholt", anerkannte Bundestrainer Norbert Littkopf, der auch Heimtrainer der 25-Jährigen ist. Anna von Harnier schaffte nach der erwarteten Auftakt-Niederlage gegen Japans Olympiasiegerin Ayumi Tanimoto drei Siege und bezwang bereits nach 16 Sekunden Europameisterin Elisabeth Willeboordse (Niederlande).

Im Schatten der starken deutschen Frauen

Im Schatten der beiden starken deutschen Frauen standen einmal mehr die Männer von Bundestrainer Frank Wieneke, dessen Musterschüler Ole Bischof nach einem Sieg und zwei Niederlagen unplatziert ausscheiden musste. Allerdings konnte der Europameister in der WM-Vorbereitung aufgrund einer Bänderdehnung im Knie nur eingeschränkt trainieren und war am Morgen beim Warmmachen erneut auf das schmerzende Knie gestürzt. "Die Umstände sind bei Ole in Betracht zu ziehen, zumal er extrem starke Gegner hatte. Eine Blamage war das nicht", meinte DJB-Cheftrainer Manfred Birod. Bischof unterlag Sydney-Olympiasieger Giuseppe Maddaloni sowie dem Niederländer Guillaume Elmont, gegen den er bei der EM im Mai im Halbfinale nur dank eines Glückswurfes in den Schluss-Sekunden noch gewinnen konnte.

Der durch eine Ohr-Verletzung (Hämatom) behinderte Berliner Mittelgewichtler Christian Ultsch (bis 90 kg) durfte bei seinem WM-Debüt nur einmal ran und unterlag dem französischen Europameister Christophe Humbert trotz energischer Gegenwehr. Am Samstag (Vorkämpfe ab 8.30 Uhr/Mesz) tritt in Olympiasiegerin Yvonne Bönisch (Potsdam) die aussichtsreichste deutsche Kämpferin auf die Matte.

Niederlande erfolgreichste Nation des zweiten Tages

Mit dem Gewinn von zwei Goldmedaillen waren die Niederlande erfolgreichste Nation des zweiten Wettkampftages bei der Judo-Weltmeisterschaft in Kairo. In der Männer-Klasse bis 81 kg siegte Guillaume Elmont, der auf dem Weg zum Titel auch den deutschen Europameister Ole Bischof (Abensberg) ausgeschaltet hatte. Bei den Frauen sicherte sich Edith Bosch den Sieg in der 70-kg-Klasse. Den zweiten Titel für das Judo-Mutterland Japan gewann Mittelgewichtler Hiroshi Izumi (Klasse bis 90 kg). Dagegen musste sich Japans Olympiasiegerin Ayumi Tanimoto in der 63-kg-Kategorie Lucie Decosse aus Frankreich im Endkampf beugen.

© SID

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