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Mehr als eine Million Fans feiern FC Liverpool

In Liverpool haben mehr als eine Million Fans dem Champions-League-Sieger einen begeisternden Empfang bereitet.

dpa LONDON. In Liverpool haben mehr als eine Million Fans dem Champions-League-Sieger einen begeisternden Empfang bereitet.

In der Beatles-Stadt herrschte Ausnahmezustand: Den Pubs ging das Bier aus, jeder fünfte Einwohner hatte sich Urlaub genommen, um die Rückkehr der Helden aus Istanbul zu feiern. Nur der vereinseigene Fanshop blieb trotz der Nachfrage nach Schals, Trikots und Fahnen geschlossen. Für etliche Spieler, darunter wohl auch der deutsche Mittelfeldregisseur Dietmar Hamann, war es der letzte Auftritt im Dress des englischen Rekordmeisters.

"Dies war die größte Feier, die es jemals in Liverpool gab", sagte Jason Harborrow, der die Parade organisiert hatte. 750 000 Anhänger säumten die Straßen, durch die die Spieler im offenen roten Doppeldeckerbus fuhren. Weitere 300 000 hatten sich zur Abschlussfeier an der St. George's Hall versammelt. "Diese Fans haben uns so sehr angefeuert, da ist es großartig, dass wir ihnen den Cup zurückbringen", schwärmte Kapitän Steven Gerrard, der gestand: "Ich hab' die Nacht mit dem Pokal in meinem Zimmer geschlafen. Ich wollte ihn nicht aus den Augen lassen."

Selbst wer nicht mitfeiern konnte, zeigte Farbe: Bankangestellte kombinierten das Liverpool-Trikot zum grauen Anzug, Schüler trugen das rote Shirt unter der vorgeschriebenen Schuluniform, ein Fan hatte über Nacht seinen VW Golf rot gestrichen und in großen Lettern "Gerrard" draufgepinselt. Den Pubs rund ums Stadion an der Anfield Road ging sogar das Bier aus, so groß war der Durst nach dem ersten Triumph in der Meisterklasse seit 21 Jahren.

Ausgerechnet der vereinseigene Fanshop verzichtete freiwillig auf fette Einnahmen und blieb geschlossen. Sämtliche Mitarbeiter wollten lieber feiern und trafen bei den Fans damit auf vollstes Verständnis. "Die setzen die richtigen Prioritäten", meinte Niall O'Carroll, der extra aus Dublin angereist war.

Am nächsten Morgen gab es ein Extra-Lob der Polizei für die friedlich verlaufene Fete. "Wir wollen allen Fans ein dickes Dankeschön sagen, dafür dass sie auf die Straßen gegangen sind, gefeiert haben und sonst nichts", meinte Polizeichef Andy Ward, der lediglich drei Festnahmen wegen kleinerer Delikte vermeldete.

Mit der Siegesparade nahmen auch einige Spieler Abschied von den Fans. Torwart Jerzy Dudek, im Elfmeterschießen noch der umjubelte Held, wird seinen Platz zwischen den Pfosten für José Reina (Villarreal) räumen müssen. Neben Milan Baros und Vladimir Smicer stehen auch bei Dietmar Hamann die Zeichen auf Trennung. Der Vertrag des 31-jährigen deutschen Nationalspielers läuft aus, Interesse haben die Bolton Wanderers und der Hamburger SV angemeldet.

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