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Milliardenstreit um Sportlizenzen: American Needle hofft auf Supreme Court

Ist die NFL eine kartellrechtliche Einheit oder sind ihre Teams als Einzelunternehmen anzusehen? Dieser Frage widmet sich ab dieser Woche das oberste Gerichte der USA. Der vom Sportartikelhersteller American Needle angestrengte Prozess gegen einen Vertrag der US-Profiliga mit dem Konkurrenten Reebok könnte zum wichtigsten Sportrechtsfall in der US-Geschichte werden. Denn es geht um eine Grundsatzentscheidung - und viel Geld.

von Ingmar Höhmann
Fankappen-Designer von American Needle bei der Arbeit. Die offiziellen Logos der Teams darf er seit dem Jahr 2000 zum Ärger des US-Sportartikelherstellers nicht mehr verwenden. Quelle: ap
Fankappen-Designer von American Needle bei der Arbeit. Die offiziellen Logos der Teams darf er seit dem Jahr 2000 zum Ärger des US-Sportartikelherstellers nicht mehr verwenden. Quelle: ap

KÖLN. Auf die US-Profiliga NFL konnte sich American Needle Jahrzehnte lang verlassen. Fankappen mit den Logos der Football-Teams gehörten zum Kerngeschäft des Sportartikelherstellers. Dann kaufte Konkurrent Reebok - heute eine Adidas-Tochter - der NFL im Jahr 2000 die Exklusivrechte für die Logos aller Teams ab. American Needle war aus dem Geschäft und zog vor Gericht. Die Liga bestehe aus 32 Klubs und jeder dürfe - wie in Europa üblich - eigene Ausrüsterverträge abschließen, findet das Unternehmen. Der NFL-Vertrag mit Reebok verstoße gegen das Kartellrecht.

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Seitdem hat American Needle vor zwei Instanzen den Kürzeren gezogen. Die letzte Hoffnung ist nun das oberste Gericht des Landes. Der Supreme Court wird diese Woche die Verhandlung beginnen. Bis Juli will er entscheiden, ob die NFL als kartellrechtliche Einheit oder ihre Teams als Einzelunternehmen gelten. Der Ausgang des Streits ist von hoher Bedeutung, denn es geht um viel Geld: Der US-Einzelhandel setzte 2007 rund 3,2 Mrd. Dollar mit NFL-lizenzierter Ware um, schätzt der Licensing Letter?s Sports Licensing Report. Zusammen mit den Produkten der Profiligen im Baseball, Eishockey, Basketball und Fußball erreichen die Erlöse neun Mrd. Dollar. Der Prozess könne daher "zum wichtigsten Sportrechtsfall in der US-Geschichte" werden, sagt der Juraprofessor Michael McCann von der Vermont Law School.

Es geht um mehr als nur Fankappen

Die NFL hofft auf eine Grundsatzentscheidung: Sie soll "der Kaskade von Kartellklagen" gegen die amerikanischen Profiligen einen Riegel vorschieben. Dabei geht es nicht nur um Fankappen, sondern auch um Videospiellizenzen, TV-Rechte und sogar Spielergehälter. "Eine Sportliga schafft ein Produkt, das aus einer Serie von Wettbewerben besteht, die kein Mitglied allein herstellen könnte", argumentiert die NFL, die von den Profiligen im Basketball, Eishockey Unterstützung erhält. Auch der Videospielehersteller Electronic Arts, der zweitgrößte der Welt, hat sich auf die Seite der Liga gestellt. Die kalifornische Firma hat für den Verkaufsschlager "Madden NFL" das Exklusivrecht erworben, die Namen von Spielern und Teams sowie die Logos der Mannschaften zu verwenden.

Wer viel Geld für ein Vermarktungsmonopol zahle, werde auch die Verkaufspreise in die Höhe treiben - und das sei schlecht für den Verbraucher, findet dagegen das in der Nähe von Chicago im US-Bundesstaat Illinois angesiedelte Unternehmen American Needle. Bei einigen NFL-lizenzierten Sportartikeln beispielsweise hätten sich die Preise in den vergangenen Jahren fast verdoppelt.

Im Mittelpunkt des Prozesses vor dem Supreme Court werden aber weniger überzogene Preise stehen, sondern vor allem die Frage nach dem Recht der NFL, als einzelnes Unternehmen zu handeln. Der Standpunkt von American Needle ist klar - die Liga bilde ein unerlaubtes Kartell: "Die Teams gehören einzelnen Besitzern und sind profitorientierte Unternehmen." Auf dem Sportfeld und als Marktteilnehmer stünden sie eindeutig im Wettbewerb – da dürfe das Kartellrecht die Vergabe von Lizenzen nicht zur Ausnahme erklären.

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