Milram setzt voll auf Zabel
Doping-Affäre lässt deutsche Teams kalt

Trotz der anhaltenden Gerüchte um den Doping-Missbrauch von etlichen Fahrern bleiben die deutschen Tour-Teilnehmer optimistisch. Ullrich hat weiterhin den Gesamtsieg vor Augen. Sogar das junge Milram-Team will ganz vorne mitmischen.

HANDELSBLATT. Das bange Warten hat ein Ende. Jan Ullrich darf bei der 93. Tour de France an den Start gehen. Die Tour-Direktion hat dem T-Mobile-Kapitän gestern Grünes Licht für die am Samstag beginnende Frankreich-Rundfahrt gegeben.

Ullrich und seinem Betreuer Rudy Pevenage waren zuvor in einem Bericht der spanischen Zeitung "El País" Verwicklungen in die Doping-Affäre um die Mediziner Fuetes und Batres vorgeworfen worden. Die offiziellen Untersuchungen laufen zwar noch. Im Moment spreche aber nichts gegen seine Teilnahme, teilte Tour-Sprecher Philippe Sudres am Dienstag mit.

Und zumindest sportlich läuft es für den 32-Jährigen gut. Nach dem Gesamtsieg bei der Tour de Suisse vor zehn Tagen scheint Ullrich bestens vorbereitet, um Lance Armstrong als Sieger der großen Schleife zu beerben. Auch Team-Manager Olaf Ludwig lässt keine Zweifel an der Favoritenrolle seines Schützlings. "Wir wollen mit Jan Ullrich den Gesamtsieg holen", legt der ehemalige Radprofi die Marschroute seiner Mannschaft fest. Auch die anderen deutschen Rennställe geben sich optimistisch.

Das Team Gerolsteiner setzt in erster Linie auf ein gutes Abschneiden von Levi Leipheimer und Georg Totschnig. Beide Fahrer haben sich nach überzeugenden Leistungen im vergangenen Jahr endgültig in der Weltklasse etabliert und wollen bei der diesjährigen Tour aufs Podium.

Beim Team Milram ruhen alle Hoffnungen auf Erik Zabel. Vor allem in den ersten zehn Tagen solle der 35-Jährige Jagd auf das Grüne Trikot machen, erklärt Sportdirektor Jan Schaffrath im Interview mit Handelsblatt.com. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall Alessandro Petacchis sei "Ete" nun die klare Nummer Eins im Team. Mit der Unterstützung des gesamten Teams könne er sich gegen die Sprint-Konkurrenz um Tom Boonen und Thor Hushovd durchaus behaupten. Eine Favoritenrolle, die Zabel gefallen dürfte. Im vergangenen Jahr musste der Tour-Oldie die Rundfahrt vor dem Fernseher verfolgen, da sich sein damaliger Arbeitgeber T-Mobile auf Drängen Jan Ullrichs gegen einen Start des Radprofis aussprach.

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