Minister beharrt auf staatlichen Dopingtests: Doping - Streitthema Nummer eins

Minister beharrt auf staatlichen Dopingtests
Doping - Streitthema Nummer eins

Obwohl bereits ein Kompromiss zwischen Regierung und olympischen Komitee erzielt wurde, geht der Streit um die Doping-Kontrollen bei den Olympischen Winterspielen in Turin weiter.

HB ROM. Obwohl bereits ein Kompromiss zwischen Regierung und olympischen Komitee erzielt wurde, geht der Streit um die Doping-Kontrollen bei den Olympischen Winterspielen in Turin weiter. Italiens Gesundheitsminister Francesco Storace beharrt in einem von ihm erlassenen Dekret auf staatlichen Tests unter Aufsicht der nationalen Doping-Kontroll-Kommission (CVD), berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.

Damit stellt er den nach langem Streit erzielten Kompromiss der italienischen Regierung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Frage. Demnach sollte zwar das strenge italienische Anti-Dopinggesetz während der Spiele in Kraft bleiben, die Kontrollen sollten aber durch die vom IOC beauftragte Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und das Organisationskomitee TOROC durchgeführt werden.

Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) protestierte gegen das Dekret des Gesundheitsministers. In einem Schreiben an Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnte CONI-Präsident Gianni Petrucci Storaces Anordnung als "illegitim und unangebracht" ab. Außerdem sei die CVD ohne die Hilfe der WADA-Kontrolllabors in Rom und Turin gar nicht in der Lage, die nötigen Tests durchzuführen. Sollte Berlusconi das Dekret nicht stoppen, werde das CONI vor Gericht ziehen.

Selbst innerhalb der Regierung sorgte Storaces Alleingang für Unverständnis. Der für den Sport zuständige Kulturminister Rocco Buttiglione war von seinem Kollegen über das bereits am 5. Januar unterzeichnete Dekret anscheinend nicht informiert worden. Sogar in der von Storace beauftragten CVD regt sich Widerstand. Nach Angaben der "La Gazzetta dello Sport" wollen neun von 18 Mitgliedern der politisch besetzten Kommission notfalls gemeinsam mit dem CONI gegen ihre eigene Beauftragung vor Gericht klagen. "Der Sport wird zur Geisel der Politik", kommentierte die "La Gazzetta dello Sport", die Storaces Vorstoß als "Kriegserklärung" ansieht.

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