Moderner Fünfkampf WM
Fünfkämpferin Schöneborn gewinnt Bronze

Bei der Weltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf hat Olympiasiegerin Lena Schöneborn den dritten Platz erreicht. Das deutsche Team holte sich den Titel.

Olympiasiegerin Lena Schöneborn hat bei der WM der Modernen Fünfkämpfer in London die Bronzemedaille gewonnen und die deutsche Mannschaft im Team-Wettbewerb sogar zum Titel geführt. Dank einer starken Leistung im abschließenden Combined Event, bei dem Laufen und Schießen ähnlich wie beim Biathlon kombiniert werden, kämpfte sich die 23-Jährige vom zehnten auf den dritten Rang vor.

Schöneborn musste mit 5 664 Punkten am Ende nur der Chinesin Chen Qian (5 840) und Laura Asadauskaite (5 736) aus Litauen den Vortritt lassen. Für den WM-Titel im Team mit 16 604 Zählern sorgten neben Schöneborn Eva Trautmann (Darmstadt/5 632) als Sechste und Janine Kohlmann (Neuss/5 308) auf Platz 24. Die vierte deutsche Starterin, Claudia Knack (Berlin/5 452), belegte Rang 13. Team-Silber ging an die Lokalmatadorinnen aus Großbritannien (16 328), Bronze holte Ungarn (16 288).

Nur Rang zwölf nach dem Fechten

Als Schöneborn die Ziellinie überquerte, streckte die 23-Jährige erleichtert die Arme nach oben. Nach dem enttäuschenden 34. Platz bei der Heim-EM in Leipzig war die Bronzemedaille bei der WM für die gebürtige Troisdorferin Gold wert. Schöneborn hatte beim Fechten einen schlechten Start erwischt. Mit einer Bilanz von 20:15-Siegen reichte es nur zum zwölften Rang. Die Zeit von 2:19,57 Minuten beim Schwimmen über 200m Freistil war zufriedenstellend. Mit einem starken Auftritt beim Reiten, beim EM-Debakel in Leipzig Ende Juni noch der Grund für den Absturz auf Platz 34, verbesserte sich Schöneborn auf den zehnten Platz.

"Ich bin wirklich überrascht und freue mich, dass ich so gut abgeschnitten habe. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele Plätze gutmachen könnte", sagte sie strahlend. Dass ihr Schützling mit dem neuen Format besser zurechtkommt, lobte auch Bundestrainerin Kim Raisner: "Lena hat beim Schießen sehr gute Nerven bewiesen. Das ist für sie natürlich sehr wichtig. Sie findet das Combined immer noch nicht prickelnd, aber sie hat endlich bewiesen, dass sie es kann."

Neues Selbstbewusstsein im Hinblick auf Olympia 2012

Das unterstrich Klaus Schormann, Weltverbandschef und Präsident des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf (Dvmf): "Sie hat den Zweiflern gezeigt, dass sie auch unter dem neuen Format eine absolute Spitzenathletin ist."

Gelöst fand Schöneborn nach ihrer zweiten WM-Einzelmedaille nach Silber 2007 zurück zum alten Selbstbewusstsein, das sie vor einem Jahr zum Triumph in Peking geführt hatte: "Es ist mein Ziel, hier bei den Olympischen Spielen 2012 meinen Titel zu verteidigen."

Mit einer Top-Leistung führte das Aushängeschild des Dvmf in London das Team sogar zur Goldmedaille. Zusammen mit Trautmann und Kohlmann tand sie im Crystal Palace ganz oben auf dem Podium. "Das tut uns gut, nachdem wir die Heim-EM in den Sand gesetzt haben", sagte Bundestrainerin Raisner. In Leipzig reichte es nur zum siebten Platz.

Enttäuschung über das Abschneiden der Männer

Schormanns Fazit fiel daher bereits vor den abschließenden Staffel-Wettbewerben am Montag positiv aus: "Wir sind mehr als zufrieden und haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Sorgen bereiteten die Männer, die allerdings ohne Ex-Weltmeister Eric Walther (Flitterwochen) und den Olympia-Fünften Steffen Gebhardt (Achillessehnenprobleme) angetreten waren. Sebastien Dietz und Sascha Vetter (beide Berlin) erreichten das Finale, gingen aber nach Problemen beim Reiten am Ende auf den Plätzen 23 und 36 leer aus.

"Das hätte besser sein können und müssen", sagte Schormann und nahm mit Blick auf Olympia in London 2012 seine junge Generation in die Verantwortung: "Wir sind im Umbruch und müssen in den nächsten Jahren noch größere Anstrengungen unternehmen, um Ergebnisse wie bei den Frauen zu erzielen."

© SID

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