Moderner Fünfkampf WM: Schöneborn träumt trotz "Umknickser" von WM-Gold

Moderner Fünfkampf WM
Schöneborn träumt trotz "Umknickser" von WM-Gold

Olympiasiegerin Lena Schöneborn hat sich in der Vorbereitung auf die WM im Modernen Fünfkampf leicht verletzt. Gold gewinnen möchte sie trotzdem, "die WM ist Motivation genug".

In der Werbung scheucht sie Felix Magath mit einer Trillerpfeife durch das Schwimmbecken, bei der WM will Lena Schöneborn ebenfalls den Ton angeben. Die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf sollte eigentlich als eine der Favoritinnen in den heute im chinesischen Chengdu beginnenden Saisonhöhepunkt gehen - doch dann passierte ihr ein kleines Malheur. "Ich bin beim lockeren Joggen umgeknickt. Das passiert immer dann, wenn man es nicht erwartet. Aber die WM ist Motivation genug. Es wäre toll, den Titel zu holen", sagt Schöneborn im SID-Gespräch.

Die 24-Jährige hofft, dass der "Umknickser" keine Auswirkungen hat. "Beim Schwimmen könnte es Probleme geben, weil man den Fuß da überstreckt", sagt die deutsche Goldhoffnung. Am Donnerstag steht die Qualifikation auf dem Programm, zwei Tage später kämpft Schöneborn im großen Finale um ihren ersten WM-Titel.

Schöneborn Favoritin auf den Titel

Wenn der Körper nicht streikt, dürfte der Sieg nur über die Berlinerin gehen. Schöneborn hat in dieser Saison die Weltcups im mexikanischen Playa del Carmen, in Budapest und Berlin sowie das Finale in Moskau gewonnen. Bei der EM in Debrecen gab es Silber. Die nacholympische Durststrecke ist endlich beendet, Schöneborn steht mit dem neuen Wettkampfformat nicht mehr auf Kriegsfuß.

Die WM in China - gleichzeitig die Rückkehr ins Reich der Mitte zwei Jahre nach ihrem umjubelten Olympiasieg - wird für Schöneborn der letzte große Wettkampf ohne Doppelbelastung. Im Oktober fängt sie ein Master-Studium in Berlin an. "International Marketing Management. Komplett auf Englisch", sagt sie. Die Sprache sollte kein Handicap sein, schließlich verbrachte Schöneborn einst ein halbes Jahr in Kanada.

Neben dem Einzel hat Karnevals-Fan Schöneborn in Chengdu gleich zwei weitere Chancen auf Gold. Neben der traditionellen Staffel, die die deutschen Frauen als Titelverteidigerinnen angehen, ist erstmals der Mixed-Wettbewerb im Programm. Auf die neuartige Lasertechnik beim Schießen wird im abschließenden Combined-Wettbewerb allerdings noch verzichtet. Sie soll erst bei den Olympischen Spielen 2012 eingesetzt werden.

Einzigartige Wettkampfbedingungen in China

Die Wettkampfbedingungen werden in China wohl einzigartig sein. "Das ist eine sensationelle Anlage. Fechten und Schwimmen finden in einer Halle statt, nur durch eine Glasscheibe getrennt", sagt Klaus Schormann, Präsident des deutschen und des internationalen Verbandes. 88 Mill. Euro hat die Anlage gekostet, die den Fünfkampf in eine neue Dimension führen soll.

Von den deutschen Männern sind große Erfolge nicht zu erwarten. Laut Schormann sei schon jeder Deutsche im Finale ein Erfolg. Eric Walther, 2003 bisher einziger deutscher Weltmeister, fehlt der Mannschaft an allen Ecken und Enden.

Das deutsche Aufgebot im Überblick: Delf Borrmann, Sebastian Dietz (beide Berlin), Stefan Köllner, Matthias Lehmann (beide Potsdam), Claudia Knack, Annika Schleu (beide Berlin), Lena Schöneborn (Bonn), Eva Trautmann (Darmstadt).

© SID

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