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Möllenbeck holt Bronze - Gatlin der Sprinterkönig

Diskuswerfer Michael Möllenbeck hat bei der Leichtathletik-WM in Helsinki Bronze und damit die zweite DLV-Medaille geholt. Die 100 Meter entschied Favorit Justin Gatlin aus den USA in starken 9,88 Sekunden für sich.

Am zweiten Tag der Weltmeisterschaften in Helsinki hat Diskuswerfer Michael Möllenbeck für das zweite Edelmetall des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gesorgt. Nach dem Kugelstoß-Bronze von Ralf Bartels (Neubrandenburg/20,99) gewann der Wattenscheider wie schon 2001 in Edmonton mit 65,95m Bronze. Damit hat das DLV-Team bereits nach dem Auftakt-Wochenende die Medaillenzahl der Olympiapleite von Athen erreicht.

Guter Vierter wurde der Berliner Geher Andre Höhne über 20 Kilometer mit Bestzeit von 1:20:00 Stunden. Für den ersten Weltrekord von Helsinki und den 20. der WM-Geschichte sorgte die Russin Olimpiada Iwanowa in 1:25:41 Stunden und erhielt samt Siegprämie 160 000 Dollar.

Olympiasieger Klüft und Gatlin triumphieren

Die 100m-Krone setzte sich in Abwesenheit des verletzten Weltrekordlers Asafa Powell (Jamaika) Justin Gatlin aus den USA auf, der in 9,88 Sekunden als fünfter Sprinter Olympia- und WM-Gold gewann. "Auf einer Stufe mit Leuten wie Carl Lewis zu stehen, macht mich stolz", meinte der 23-Jährige. Die Schwedin Carolina Klüft bleibt die Königin des Siebenkampfs. Mit 6 887 Punkten hielt die Olympiasiegerin Frankreichs Herausforderung Eunice Barber (6 824) knapp in Schach und meinte angesichts ihrer Fußverletzung: "Die Motivation ließ alle Schmerzen vergessen." Im Dreisprung triumphierte nach der Verletzung von Russlands Olympiasiegerin Tatjana Lebedewa die Jamaikanerin Trecia Smith mit 15,11m.

Vor gut 20 000 Zuschauern in der Olympia-Arena von 1952, darunter Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), war die erste von 47 Goldmedaillen am Samstag im 20km-Gehen an Atlanta-Olympiasieger Jefferson Perez (Ekuador/1:18:35 Stunden) gegangen. Im ersten Frauen-Finale lag beim dreifachen äthiopischen 10.000m-Triumph Tirunesh Dibaba, 2003 Weltmeisterin über 5000m, in 30:24,02 Minuten vorn. Im Kugelstoßen schockte der Olympiazweite Adam Nelson (USA) die Konkurrenz gleich mit 21,73m. Und im Diskusring wahrte Litauens nervenstarker Olympiasieger Virgilius Alekna mit 70,17m im letzten Versuch die Chefrolle gegen den Esten Gerd Kanter (68,54).

Riedel enttäuscht mit Rang neun

Lars Riedel, der am Vortag nach 66,22m in der Qualifikation Hoffnungen auf Silber formuliert hatte und dabei mit acht Starts zum WM-Rekordteilnehmer avanciert war, wirkte nach Rang neun mit 63,05m nicht wie ein beeindruckter Verlierer und fand: "Ich habe einfach nicht in den Wettkampf gefunden. Aber 2007 in Osaka will ich wieder dabei sein."

Möllenbeck dagegen ließ den ungültigen Wurf zum Auftakt 65,24m folgen, untermauerte den Bronzerang im vierten mit 65,95m. "Die Medaille war schöner als das Bronze 2001 in Edmonton", meinte Möllenbeck, der jubelnd in die Luft sprang, als der Bronze-Rang feststand. Der 35-Jährige war nicht sonderlich traurig, dass Riedel früh scheiterte: Seit Jahren ist bekannt, dass sich beide nicht verstehen. Cheftrainer Jürgen Mallow: "Nur Möllenbeck selbst hat an sich geglaubt. Auch er beweist: Der Kampfgeist im Team trägt."

Ralf Bartels, 2002 schon bei der EM Dritter, war überglücklich: "Ich habe im letzten Versuch alles auf eine Karte gesetzt - und gewonnen", meinte der Mecklenburger, der sich nur Nelson und dem niederländischen Überraschungsmann Rutger Smith (21, 29) geschlagen gab. Bartels, mit 20,30m schwach gestartet, reichte am Ende erst die dritte Steigerung zu Bronze. Der Weltranglistenfünfte setzt sich nach dem Erfolg über Olympiasieger Juri Belonog (Ukraine/20,89) und Weißrusslands Titelverteidiger Andrej Mischnewitsch (20,74) nun neue Ziele. "Was Nelson hier gezeigt hat, traue ich mir auch einmal zu."

Ähnlich hält auch Andre Höhne die Zeiten von Weltmeister Perez für sich selbst für realisierbar. "Wo er ist, will ich einmal hin", meinte der 27 Jahre alte Berliner, der vor der WM nur Nummer 27 der Weltrangliste war. Sensationell stark war der Olympiaachte ab Kilometer 15, wo er sechs Rivalen überholte und den Rückstand von 46 auf 16 Sekunden reduzierte. "Aber am letzten Berg wäre ich fast gestorben."

Tränen bei Mockenhaupt - Ertl ausgestiegen

Schlechter machten ihre Sache auf der gleichen Distanz die Olympiafünfte Melanie Seeger als 13. in 1:31:00 und Sabine Zimmer (beide Potsdam) als enttäuschende 23. in 1:34:24 Stunden. Mit Tränen hatte Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) Rang 17 in 31:28,21 Minuten quittiert. Im Siebenkampf stieg die am Rücken verletzte Karin Ertl (LAC Fürth/München/Würzburg) nach fünf Übungen aus. Zehnte wurde die Olympiasechste Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg/6 113), 13. Lilli Schwarzkopf (Paderborn/5 993). Wie erwartet scheiterten Monika Gradzki (Wattenscheid/800m) und Christian Duma (Frankfurt/400 m Hürden) als Letzte im Halbfinale.

Aus dem 52-köpfigen deutschen Team waren am Wochenende alle sieben Starter in Runde eins weiter gekommen. "Das beflügelt auch die anderen , versicherte Mallow. Optimistisch wie schon jahrelang nicht mehr geht auch die WM-Rekordteilnehmerin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) am Dienstag ins Diskus-Finale. "Ab Rang zwei ist alles offen", meinte die Ex-Weltmeisterin nach 63,53m im ersten Wurf der Qualifikation. Im Endkampf der Hammerwerfer stehen am Montag der Leverkusener Markus Esser, der in der Ausscheidung als Achter mit 76,45m jedoch eine Zitterpartie bot, und der Saarbrücker Holger Klose, mit 76,47m Siebter.

© SID

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