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Monfils beendet Mayers Traum vom Turniersieg

Im Endpsiel des ATP-Turniers von Sopot musste sich Florian Mayer in drei hart umkämpften Sätzen dem Franzosen Gael Monfils geschlagen geben. Beide Akteure standen erstmals in einem Finale auf der ATP-Tour.

Den ersten Frust nach der Niederlage hatte Florian Mayer schnell abgeschüttelt, ebenso wie sein Trainer. "Er hat zum ersten Mal ein Finale erreicht, im Halbfinale Guillermo Coria auf Sand geschlagen und auch bei einem Rückstand nie aufgegeben", bilanzierte Ulf Fischer nach dem 6:7, 6:4, 5:7 seines 22 Jahre alten Schützlings im Finale von Sopot gegen den 18-jährigen Franzosen Gael Monfils: "Darauf kann man aufbauen."

Im Duell zweier Endspiel-Debütanten hatte der in der Münchner Tennis Base Oberhaching "stationierte" Mayer nach 2:15 Stunden das Nachsehen gegen den baumlangen Monfils. Der dunkelhäutige Schlaks, der am 1. September 19 Jahre alt wird, ist ebenso wie der gleichaltrige Richard Gasquet und der ein Jahr ältere Jo-Wilfried Tsonga ein Produkt der intensiven Nachwuchsförderung des französischen Verbandes in Roland Garros.

Mayer bekam trotz der Niederlage Lob von allen Seiten. "Er hat seine Einstellung komplett verändert", meinte Fischer, seit drei Jahren an Mayers Seite: "Er kämpft wieder wie früher und gibt sich auch nicht auf, wenn er zurückliegt."

Sieg gegen Coria als bisheriges Highlight

Der Trainer glaubt nach langen Wochen der Erfolglosigkeit mit vielen persönlichen und sportlichen Rückschlägen an die Wende: "Das Halbfinale gegen Coria war meiner Meinung nach Florians größter Sieg. Das gibt soviel Selbstvertrauen, danach muss es einfach besser laufen."

Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen, derzeit im Urlaub bei den Eltern im Saarland, hatte eine solche Wende schon nach Mayers Sieg gegen den Spanier David Ferrer beim Arag World Team Cup im Mai in Düsseldorf erwartet. Danach verlor der letztjährige Wimbledon-Viertelfinalist allerdings im Endspiel ausgerechnet gegen den letztjährigen French-Open-Finalisten Guillermo Coria mit 1:6, 2:6 und geriet wieder in altes Fahrwasser.

Tiefpunkt in Stuttgart ist längst überwunden

Den Tiefpunkt erreichte er in Stuttgart, als er nach seiner Auftaktniederlage gegen den Italiener Andreas Seppi fast schon verzweifelt nach Gründen für seine Krise suchte. In Kitzbühel ging es dann schon wieder aufwärts. Zwar verlor Mayer im Achtelfinale gegen den spanischen Linkshänder Feliciano Lopez, doch Trainer Fischer erkannte den positiven Trend: "Er hat ganz anders auf dem Platz gestanden als in Stuttgart."

Umso erfreulicher findet es Kühnen, dass Mayer nun offenbar endgültig die Kurve gekriegt hat. "Es ist genau der richtige Zeitpunkt", meinte der Teamchef: "Auf dem Weg zu den US Open kann so ein Erfolg wahre Wunder bewirken." Möglicherweise auch auf dem Weg zum Richtung weisenden Daviscup-Play-off im September in Liberec gegen Tschechien. "Flo hat alle Chancen", meinte Kühnen, der sich aber noch nicht weiter festlegen wollte: "Die Tür ist für alle offen, die Zeit bis dahin ist für jeden noch lang genug."

© SID

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