Montag wartet Slowenien
DEB-Cracks trauern nach Unentschieden

Nach dem bitteren Unentschieden gegen WM-Gastgeber Österreich ist die Stimmung im DEB-Team alles andere als gut. Immer mehr Stimmen sprechen vom doch so erfolgreichen Defensiv-System des früheren Bundestrainers Hans Zach. Eine gefährliche Situation, eine Systemdiskussion während eines WM-Turniers zu führen.

HB WIEN. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Österreich trauerte Jan Benda alten Zeiten nach. "Wenn wir in der Vergangenheit in Führung lagen, haben wir hinten sehr gut gespielt und den Vorsprung über die Zeit gebracht", sagte der Routinier der Eishockey-Nationalmannschaft nach dem Auftakt in der WM-Relegation.

Einen scheinbar sicheren 2:0-Vorsprung und damit eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt hatte das Team von Bundestrainer Greg Poss leichtfertig verspielt. Dabei hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes wieder einmal das erste Gegentor als Folge eines Konters kassiert, als der Gegner plötzlich im deutschen Abwehrdrittel in Überzahl war.

"Wir lassen das ganze Turnier schon 2:1- und 3:1-Situationen vor unserem Tor zu", sagte Torschütze Klaus Kathan, der das 1:0 selbst erzielt (3.) und das 2:0 durch Alexander Barta (23.) vorbereitet hatte. Er erinnerte an die Zeiten unter Poss-Vorgänger Hans Zach:"Wir haben doch in den letzten Jahren vorgemacht, wie es richtig geht."

Erstmals bei dieser WM führte das deutsche Team und hätte - mit der gefürchteten Defensivstärke der Vergangenheit - eigentlich nur noch das Ergebnis über die Zeit bringen müssen. Doch nach dem überraschenden Anschlusstreffer durch Andre Lakos (23.) erkannten die bis dahin harmlosen Österreicher ihre Chance und erzielten erneut durch den US-Legionär den Ausgleich (52.).

"Wir treten nicht mehr so kompakt auf wie in der Vergangenheit", sagte Kathan und gab zu: "Wir können froh sein, dass wir nicht noch verloren haben." Doch auch mit dem Remis ist die Situation in der Relegationsrunde kritisch. Am Montag (12.15 Uhr) muss gegen Aufsteiger Slowenien, der überraschend Dänemark nach 0:3-Rückstand noch 4:3 besiegte, ein Erfolgserlebnis her, sonst kann der DEB schon fast für die nächste B-WM planen. Letzter Gegner sind am Dienstag (12.15 Uhr) die Dänen.

Dass ausgerechnet Kathan der beste deutsche Spieler gegen Österreich war, warf erneut ein schlechtes Licht auf die Personalpolitik von Bundestrainer Poss. Den Düsseldorfer, der mit 20 Toren für die DEG seine bislang erfolgreichste Saison in der Deutschen Eishockey-Liga hinter sich hat, hatte der US-Amerikaner in den ersten drei Spielen auf die Tribüne gesetzt.

"Das war ein harter Schlag, ich war sonst immer dabei und habe ein gutes Jahr gehabt", sagte der Bad Tölzer, der unter Poss-Vorgänger Zach zum Stammpersonal gezählt hatte, nach seinem 140. Länderspiel. Mit 29 Treffern ist der 28-Jährige neben Benda (34) der erfolgreichste Torjäger im WM-Aufgebot. Poss lobte derweil den Unzufriedenen in den höchsten Tönen. "Er war immer positiv und hat gezeigt, dass er einen super Charakter hat", sagte der Amerikaner: "Er hat den Kopf nicht hängen lassen. Das war sehr beeindruckend."

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