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Müller erkämpft sich WM-Silber in Leipzig

Nur ganz knapp hat Anja Müller WM-Gold in Leipzig verpasst. Die Florettfechterin unterlag erst im Finale der italienischen Olympiasiegerin Valentina Vezzali denkbar knapp mt 10:11 nach "sudden death".

Deutschlands Fechter haben zum Auftakt der Heim-WM in Leipzig ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Während die Degen-Herren nach dem vorzeitigen Aus reif für die Couch waren, rettete Florett-Ass Anja Müller am Abend mit dem Gewinn der Silbermedaille vorerst die Bilanz des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) und versetzte rund 2000 Zuschauer mit ihrem Husarenritt durch die Leipziger Arena in Begeisterung.

"Ich bin überglücklich. Vielleicht reicht es ja beim nächsten Mal", sagte Müller, die sich bei ihrer dritten WM-Teilnahme zum ersten Mal Edelmetall sicherte und beim 10:11 im Finale auch noch Olympiasiegerin Valentina Vezzali aus Italien am Rande einer Niederlage hatte. IOC-Mitglied Thomas Bach, 1976 in Montreal Team-Olympiasieger mit dem Florett, lobte die Tauberbischofsheimerin: "Anja hat unheimlich Feuer gefangen. Ihr Erfolg wird der gesamten Mannschaft einen großen Schub geben."

Bundestrainer Steegmüller geschockt

Frust herrschte dagegen bei den Degen-Herren und Bundestrainer Walter Steegmüller. "Ich bin geschockt, denn körperlich waren die Jungs topfit. Wir müssen mit dem Deutschen Fechter-Bund darüber reden, ob die Hilfe eines Sportpsychologen uns weiter nach vorne bringen könnte", sagte Steegmüller und erhofft sich für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit dem Nationalmannschafts-Psychologen Hans-Dieter Hermann.

Die beiden Degen-Asse Sven Schmid und Daniel Strigel (beide Tauberbischofsheim) scheiterten schon im Viertelfinale und ließen damit den Traum vom Edelmetall zunächst platzen. "Natürlich bin ich enttäuscht. Wir wollten zwei Medaillen oder mindestens eine. Dass beide auch noch im "sudden death" verlieren, ist richtig bitter", sagte Steegmüller. Strigel hatte in seinem Gefecht gegen den ungestüm agierenden Niederländer Bas Verwijlen, der anschließend im Viertelfinale auch noch Olympiasieger Marcel Fischer (Schweiz) aus dem Weg räumte, deutlich in Führung gelegen.

Florett-Damen mit Problemen

Sein Klubkollege Schmid, bei der WM in Havanna noch Sechster, mühte sich derweil redlich gegen den Olympiasieger von 2000 in Sydney, Pawel Kolobkow (Russland), der sich am Ende durch einen 15:14-Erfolg gegen Fabrice Jeannet (Frankreich) auch den vierten WM-Einzeltitel seiner Karriere sicherte.

Auch bei den Florett-Damen lief es am Sonntag zunächst nicht wie erhofft. Nach dem vorzeitigen Aus von Sandra Bingenheimer (Tauberbischofsheim), die in Runde eins Roxana Scarlat (Rumänien) 9:10 unterlag, mussten in der Runde der letzten 32 Lokalmatadorin Katja Wächter und Carolin Neckermann (beide Tauberbischofsheim) die Segel streichen. Dann allerdings folgte Müllers Gala, und rund 2000 Zuschauer freuten sich enthusiastisch mit der gebürtigen Potsdamerin, auch wenn es gegen Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Valentina Vezzali (Italien) bei der 10:11-Niederlage am Ende nicht zu Gold reichte.

© SID

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