Mutterglück statt Eiskanal: Der Schlitten verstaubt im Keller

Mutterglück statt Eiskanal
Der Schlitten verstaubt im Keller

Diana Sartor raste kopfüber den Eiskanal von Cesana Pariol herunter. Am Ende reichte es wieder nur zum undankbaren vierten Platz. Enttäuschung herrscht trotzdem nicht im Hause Sartor.

HB TURIN. "Günther" und "Eberhard" haben endgültig ausgedient, künftig soll es für Skeleton-Pilotin Diana Sartor nur noch um ihr gemeinsames Familienglück mit Steffen Skel gehen. "Unser Leben ist wichtiger", betonte die 35-jährige Sächsin und strahlte trotz der zweiten olympischen Holzmedaille wie ein Honigkuchenpferd. Ihre mit Namen bedachten Schlitten kommen nun in den Keller. "Dass wir jetzt Nachwuchs kriegen, ist das Schönste überhaupt und ein toller Abschluss ihrer sportlichen Karriere", sagte der ehemalige Doppelsitzer-Rodler Skel nach dem letzten Rennen seiner Freundin.

"Vierter Platz, ja gut, viele scheitern schon in der Qualifikation und erleben Olympia noch nicht einmal. Dass es jetzt das zweite Mal Platz vier ist, ist natürlich eine Träne im Auge. Sie ist heil angekommen und das ist für mich das Wichtigste", sagte Skel, der nach der Rückkehr in die Heimat mit seiner Liebsten gleich das Kinderzimmer einrichten will. "Momentan bin ich froh, dass der ganze Stress vorbei ist. Wenn ich dann zur Ruhe gekommen bin, werde ich mich vielleicht ein wenig ärgern, dass es nicht gereicht hat. Aber wieder Vierte spricht auch für eine gewisse Konstanz", witzelte Diana Sartor, die in der neunten Woche schwanger ist.

Daher will sie auch so schnell wie möglich ins heimische Altenberg zurück, wo sie in Kürze die Pension ihrer Eltern übernehmen wird. "Ich habe noch ein paar Sponsorentermine in Turin, dann geht es zurück", meinte Sartor, die vom Drumherum der Winterspiele enttäuscht ist. "Mir fehlt hier ein wenig die Olympia-Stimmung, die ist einfach nicht da. Ich weiß auch nicht, was mich so reizen würde. Zudem kommt man nicht so richtig zu den Wettkampfstätten und das ist alles viel zu kompliziert."

Anders Anja Huber, die jetzt erstmal ihre Wunden lecken will und bis zum Ende der Winterspiele bleiben will. "Ich habe hier eine Superversorgung, was Ärzte und Physiotherapeuten betrifft", sagte die 22-Jährige aus Berchtesgaden, die am Tag vor dem Wettkampf schwer gestürzt war und sich zahlreiche Prellungen und ein Schleudertrauma zugezogen hatte. Nach dem Auskurieren will die Senkrechtstarterin der Saison dann zielstrebig weiter arbeiten. "Vancouver ist auf jeden Fall mein Ziel, das war es immer. An Olympia in Turin war vor der Saison überhaupt nicht zu denken. Doch zuerst werden die Karten neu gemischt und dann werde ich mich gezielt auf die WM 2007 in St. Moritz vorbereiten", meinte Huber.

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