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Mythos Monaco gegen die Zeichen der Zeit

Star-Wars-Helden aus der Zukunft, doch ein Rennen wie aus der Vergangenheit. Die Formel 1 soll immer sicherer werden, aber der Klassiker durch die engen Straßen von Monte Carlo bietet den Piloten auch bei der 63. Auflage kaum Schutz.

dpa MONTE CARLO. Star-Wars-Helden aus der Zukunft, doch ein Rennen wie aus der Vergangenheit. Die Formel 1 soll immer sicherer werden, aber der Klassiker durch die engen Straßen von Monte Carlo bietet den Piloten auch bei der 63. Auflage kaum Schutz.

"Der Leitplankendschungel und die Millimeterarbeit - das Rennen ist eine verrückte Herausforderung", sagt der siebenmalige Weltmeister und fünffache Monaco-Gewinner Michael Schumacher. "Ein Zentimeter daneben, und du verlässt die Strecke im Rollstuhl", befürchtet Mclaren-Teammanager Martin Whitmarsh.

"Das ist ein ganz spezielles Rennen", betont auch WM-Spitzenreiter Fernando Alonso. Nicht zuletzt wegen der Promis und Partys auf den sündhaft teuren Luxus-Yachten im Hafen oder den edlen Clubs in der Stadt. Das auf einem schwimmenden Motorhome residierende Red-Bull- Racing-Team hat die Hollywood-Stars der Science-Fiction-Saga Star Wars inklusive Kultregisseur George Lucas eingeladen, BMW-Williams den Besuch des deutschen Super-Models Eva Padberg annonciert. US-Star Tom Cruise will sich das Rennen ebenfalls angeblich nicht entgehen lassen.

Auf Druck der Fahrer wurden in den vergangenen Jahren einige Stellen entschärft. So wie die berühmte Rascasse-Kurve am Hafen. "Es ist komisch, eigentlich müsste man sich freuen, dass es sicherer ist. Aber früher war es irgendwie spannender und aufregender", meint BMW-Williams-Pilot Nick Heidfeld, der in Monaco bereits Erfolge in der Formel drei und der Formel 3 000 feierte und das Rennen noch immer "ein bisschen wahnsinnig" findet. Vertrauen in das Auto sei das Wichtigste, hebt Toyota-Fahrer Ralf Schumacher hervor.

Für die Fans ist in Monaco der Kontakt zu den Idolen das Wichtigste. Das Fahrerlager, das im Hafengelände vor Anker gegangen ist, trennt nur ein weißer Zaun von den Fans. "Sie kommen hier einfach näher ran als bei jedem anderen Rennen", sagt Heidfeld zum Stelldichein der Schönen und der Reichen, wo die Röcke der weiblichen Besucher bisweilen aufreizend kurz und die Absätze atemberaubend hoch sind. "Man kann schon sagen, dass viele Leute mit Geld hier sind, aber ob sie auch unbedingt schön sind, weiß ich nicht", meint Heidfeld schmunzelnd.

Dem Sieger wird das egal sein. Zum ersten Mal in der WM-Geschichte des Rennens, bei dem die Fahrer über 3 000 Mal schalten müssen, bekommt der Schnellste nach 78 Runden über den 3,34 km langen Stadtkurs die Trophäe nicht vom kürzlich verstorbenen Fürst Rainier und dessen traditionelle Worte hören: "Ich bin glücklich, dass Sie es sind." Diesmal übernimmt Prinz Albert von Monaco die Ehrung. Vor dem Rennen wird aber noch mit einer Schweigeminute Fürst Rainiers gedacht. Dann steht auch in Monaco für einen Moment die Zeit still.

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