Nach Chelseas spektakulärem Sieg gegen den FC Barcelona kommt es zu tätlichen Auseinandersetzungen
Ein großes Spiel mit großen Gefühlen

Es war ein mitreißender Fußballabend, von dem nicht nur die Fans noch lange reden werden. Die Dramatik beim 4:2 des FC Chelsea gegen den FC Barcelona fand auch mit dem Schlusspfiff nicht ihr Ende, der europäische Fußballverband Uefa wird sich mit den Vorkommnissen nach dem Ende Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League noch beschäftigen.

HB LONDON. "Ein Ordner hat mich als Affe beschimpft", sagte Barcelonas Stürmer Samuel Eto?o, der den Ordner daraufhin angespuckt haben soll. Zudem war der Kameruner zusammen mit seinen Teamkollegen Ronaldinho und Carlos Puyol sowie Trainer Frank Rijkaard in ein Handgemenge mit weiteren Sicherheitskräften verwickelt. Die Ordner drängten dabei den Trainer und die Spieler, die sich in Richtung der Londoner Ersatzbank aufmachen wollten, äußerst rabiat in den Kabinengang.

Rijkaard und seine Spieler wollten auf Chelseas Talent-Scout Andre Villas losgehen. Villas hatte Rijkaard nach dem Schlusspfiff mit Handküssen verhöhnt. "Da kam so ein Typ zu uns an die Bank und hat uns beleidigt. Ich sage besser nicht, was ich von dem halte", sagte Rijkaard später. Da er die Bank der Sieger wegen der Ordner nicht erreicht hatte, beleidigte Barcelonas Trainer dann Chelseas Coach José Mourinho wenigstens noch als Lügner. Mourinho hatte nach dem Hinspiel behauptet, dass Rijkaard den Schiedsrichter Anders Frisk in der Halbzeitpause beeinflussen wollte. "Sogar als ich die Champions League mit Porto gewonnen habe, habe ich nicht so gefeiert", sagte Mourinho, der nach dem Sieg in ungewohnter Manier ausgelassen mit seinen Profis auf dem Rasen getanzt hatte.

Sowohl die englischen als auch die spanischen Zeitungen überschlugen sich am Mittwoch mit Lob für die packenden 90 Minuten zwischen dem englischen und dem spanischen Tabellenführer. "Chelsea ist nach einer zauberhaften Nacht im Reich der Träume", schrieb der "Daily Mirror". Die "Times" nannte es "eines der denkwürdigsten Spiele in Chelseas 100-jähriger Clubgeschichte" und die spanische "El Pais" meinte: "Dies war eines der Spiele, an das sich beide Seiten noch lange erinnern werden."

Mit einem furiosen Sturmlauf hatte Chelsea bereits nach 19 Minuten die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel mehr als wettgemacht. Nach den Treffern von Eidur Gudjohnsen (8.), Frank Lampard (17.) und Damian Duff (19.) stand es schnell 3:0. Doch Superstar Ronaldinho antwortete prompt. Mit einem sicher verwandelten Elfmeter und einem genialen Schlenzer mit dem Außenrist und aus dem Stand brachte der Weltfußballer des Jahres die Spanier vor der Halbzeitpause wieder heran, jetzt stand wieder Barcelona im Viertelfinale.

Die Entscheidung in einem Spiel, das auch in der zweiten Halbzeit reihenweise starke Offensivaktionen und viele Torchancen zu bieten hatte, fiel in der 76. Minute durch ein wohl irreguläres Tor von Chelseas Kapitän John Terry. Barcelonas Torhüter Victor Valdez war nach einem Eckball im Fünfmeterraum behindert worden. "Schiedsrichter Collina beging nur einen Fehler, aber der war spielentscheidend", jammerte "El Mundo Deportivo". Samuel Eto?o schrie in ein Mikrofon: "Und ich dachte immer, Collina wäre der beste Schiedsrichter der Welt." Doch Rijkaard wollte das nicht gelten lassen: "Wir sollten die Fehler nicht bei anderen suchen. Wir haben einen Moment nicht aufgepasst, und das kostete uns das Weiterkommen."

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