Nach den ersten beiden Läufen: Deutsche Mädels auf Medaillenkurs

Nach den ersten beiden Läufen
Deutsche Mädels auf Medaillenkurs

Angeführt von Olympiasiegerin Sylke Otto steuern die deutschen Rodlerinnen beim Olympia-Rennen in Cesana wie schon vor vier Jahren in Salt Lake City einem Dreifach-Triumph entgegen.

HB TURIN. Nach den ersten beiden Läufen am Montag lag die 36 Jahre alte Oberwiesenthalerin in 1:33,861 Minuten vor Silke Kraushaar aus Oberhof und ihrer Vereinskollegin Tatjana Hüfner. Die ärgsten Konkurrenten im Kampf um olympische Medaillen zeigten bereits im ersten Durchgang Nerven: Die Italienerin Anastasia Oberstolz-Antonova stürzte ebenso wie die Ukrainerin Natalia Jakuschenko.

Nach der Pleite der deutschen Männer, die erstmals seit 1984 eine olympische Medaille verpasst hatten, wurden die Frauen unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge gleich in den beiden ersten Läufen ihrer Favoritenrolle gerecht. Otto kam mit dem anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitskurs am besten zurecht und legte Bahnrekord vor. "Ich bin zufrieden mit meinen Läufen. Ich hatte oben noch zwei kleine Fehler, aber das passiert hier jedem. Ich hoffe, dass ich noch zwei solche Läufe herunterbringen kann", sagte die vierfache Weltmeisterin und routinierteste Fahrerin des deutschen Trios.

Die 35 Jahre alte Kraushaar kam nach Rückstand im ersten Durchgang erst im zweiten Lauf richtig auf Touren. "Es war wahrscheinlich zu warm", sagte die Oberhoferin, die den Winter mit dem Gewinn des Gesamt-Weltcups und dem EM-Titel dominiert hatte, nach ihrem mäßigen Start. Doch im zweiten Durchgang, als sie als erste in die Bahn durfte, spielte sie ihr ganzes fahrerisches Können aus und verdrängte die zwischenzeitlich auf Rang drei liegende Amerikanerin Courtney Zablocki noch nach hinten. "Drei Zehntel kann man nur schwer aufholen", meinte Kraushaar zu ihrem Rückstand, "aber ich fahre morgen voll auf Angriff."

Eine starke Leistung bei ihrem Olympia-Debüt zeigte Senkrechtstarterin Hüfner, die sich jedoch durch einen Fehler im zweiten Lauf um eine noch bessere Platzierung brachte. "Das durfte mir am Start nicht passieren, das ist mir auch noch nie passiert. Ich habe dann völlig die Spur verloren", sagte die 22-Jährige, die in diesem Winter ihren ersten Weltcup-Sieg eingefahren und Barbara Niedernhuber aus dem Olympia-Team verdrängt hatte.

"Zwei Medaillen wären schon ganz schön", hatte Bundestrainer Thomas Schwab vor dem Wettkampf die Marschroute für seine seit November 1997 ungeschlagenen Frauen vorgegeben. "Jede von uns ist in der Lage zu gewinnen", beschrieb Kraushaar den harten internen Wettbewerb. Vor acht Jahren in Nagano hatte die Oberhoferin mit dem Vorsprung von zwei Tausendstelsekunden ihren ersten Olympiasieg vor Niedernhuber eingefahren.

Vor vier Jahren in Salt Lake City hatte im internen Duell Otto die Nase vorn, sie siegte vor Niedernhuber und Kraushaar. Die 36-Jährige hat nach einer Bandscheiben-Operation im Sommer zu alter Stärke zurückgefunden und setzt auf dem Weg zum zweiten Gold auf ihre Fahrkünste. "Ich habe gezeigt, dass ich immer schneller werde, je länger die Bahn ist", sagte Otto, die in den letzten drei Kurven den "Turbo" zündete.

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