Nach der Fusion
DOSB-Chef Bach warnt vor Einnahme-Defizit

Zwei Jahre nach Fusion zieht der Präsident des Deutsches Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, ein „positives Halbzeitfazit“. Sorgen macht er sich um die Finanzen des Verbandes: Die Absicherung des olypischen Sports in Deutschland sei in Gefahr, meint Bach.

HB HENNEF. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) schlägt Alarm: Er sieht die finanzielle Absicherung des deutschen olympischen Sports in Gefahr. Auf einer Klausurtagung erklärte der oberste Sportfunktionär, dass der DOSB sich „in einer sehr problematischen Finanzlage“ befinde.

In der Sportschule Hennef bei Bonn führte Bach aus, man habe zwar das 2006 durch den früheren Deutschen Sportbund (DSB) übernommene Defizit beseitigt, verzeichne aber aufgrund drastisch gesunkener Einnahmen durch die Glücksspirale eklatante Einnahme-Einbrüche von 2,6 Millionen Euro. Während der DSB vor zwei Jahren über die Glücksspirale noch 6,8 Millionen Euro erhielt, sei diese Summe 2008 auf 4,2 Millionen geschrumpft. Auch für das kommende Jahr könne man nicht mit einer höheren Summe rechnen.

Ungeachtet der unsicheren Finanzlage zog Bach zwei Jahre nach der erfolgten Fusion aus DSB und dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) zum DOSB ein positives Fazit. „Der DOSB ist schneller zusammengewachsen, als wir erträumt hatten. Dies ist nur gelungen, weil wir über aktuelle Fragen die Grundlagenarbeit nicht vernachlässigt haben.“ Viele wichtige Entscheidungen seien mit großer Geschlossenheit getroffen worden, die Bewerbung um Winter-Olympia 2018 in München sogar mit 100 Prozent Zustimmung.

Fünf Schwerpunkte für die Arbeit bis 2010 nannte Michael Vesper. Hohe Bedeutung misst der DOSB-Generaldirektor der Münchner Olympia-Bewerbung zu. Vesper verwies darauf, bei Olympia in Peking habe man am Beispiel London 2012 gesehen, wie sehr eine erfolgreiche Bewerbung den Sport in einem Lande nach vorn bringen könne. Großbritannien habe 1996 in Atlanta nur einmal Gold gewonnen, in Peking aber 18 Olympiasiege gefeiert. Weitere Schwerpunktziele seien Unterstützung und Hilfe für Vereine, eine Bildungsoffensive, eine noch bessere Ausstattung des Spitzensports sowie eine Optimierung im Bereich Anti-Doping (Prävention und Kontrollen) in Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada).

Zwei Monate nach Ende der Sommerspiele zog das Präsidium laut Bach ebenfalls „ein sehr zufriedenstellendes Fazit“. Alle Mitglieder hätten sowohl die sportliche Bilanz mit 16 Siegen und 41 Medaillen als Erfolg angesehen als auch das Auftreten der Mannschaft in Peking positiv bewertet. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass etliche Sportarten eher erfolglos gewesen seien. Bach lobte dabei den an der Vorbereitung beteiligten DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank, der 2010 bei Winter-Olympia in Vancouver/Kanada Chef de Mission sein wird.

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