Nach der Medaille folgt der Medienrummel
Hettich und Greis im Goldrausch

"So was habe ich noch nicht erlebt!" - Nach ihren beiden überraschenden Goldmedaillen lernen Georg Hettich und Michael Greis das Leben als Superstars kennen.

HB TURIN. Als Georg Hettich nach einer langen Party-Nacht aufwachte, ging der erste Griff zum Olympia-Gold. "Ich musste erst einmal nachschauen, ob die Medaille noch da ist. Dann habe ich gedacht, okay, es ist kein Traum", erzählte der Olympiasieger in der Nordischen Kombination am Tag nach seinem sensationellen Triumph.

Auch für Michael Greis ging nach dem Gold-Coup ging für der Rummel erst so richtig los. "So was habe ich noch nicht erlebt, doch richtig Stress war es nicht. Ich habe versucht, alles zu genießen - und es hat Spaß gemacht", sagte der Biathlon-Olympiasieger über 20 Kilometer nach dem Frühstück am Sonntag im Olympischen Dorf in Bardonecchia.

Als die Nationalhymne erklang, kam der 29-Jährige erstmals zum Nachdenken. "Das sind ganz wirre Sachen, die einem da durch den Kopf schießen. Nette private Gedanken, aber auch der Weg vom kleinen Buben, der von Olympia träumt, bis zum erfolgreichen Athleten", berichtete er.

Kombinierer Hettich musste immer wieder berichten, wie er in der Einzel- Entscheidung die Favoriten um den mit Silber dekorierten Felix Gottwald (Österreich) und Bronzemedaillengewinner Magnus Moan (Norwegen) düpiert hatte. "Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt. Jetzt genieße ich den Augenblick", sagte er beim Interview-Marathon am Samstagabend.

Gelegenheit, in Ruhe den bislang wichtigsten Tag in seinem Sportlerleben Revue passieren zu lassen, hatte er bis dahin nicht gefunden. Über 100 Telefonanrufe in Abwesenheit blieben ebenso unbeantwortet wie der randvolle SMS-Speicher seines Handys.

Mit dem ersten Sieg seiner Karriere hatte der 27-Jährige am ersten Wettkampftag der Winterspiele die Fachwelt in Erstaunen versetzt und Deutschland den ersten Kombinierer-Olympiasieg seit Ulrich Wehling 1980 beschert. Der dreimalige Champion reihte sich in die Schar der Gratulanten ein. "Man hofft immer, dass man einen Nachfolger findet. Ich bin froh, dass es jetzt geklappt hat", sagte der als Renndirektor Kombination beim Weltverband Fis arbeitende Wehling.

Ein Lob gewissermaßen von von königlichen Gnaden bekam Biathlet Michael Greis am Samstag. Topfavorit Ole Einar Björndalen konnte den Sportsoldaten nicht aufhalten und zeigte seine Annerkennung: "Ich wusste, dass Michael der härteste Konkurrent sein würde. Er hat es verdient zu gewinnen." Von den 20 Schüssen, die Greis abgegeben hatte, ging nur einer daneben. Das brachte ihm zwar eine Strafminute ein, doch das Missgeschick machte Greis mit einer großartigen Laufleistung wett.

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