Nach Geständnis von Huber
Doping-Skandal erreicht neue Dimension

Nach weiteren Enthüllungen hat der Doping-Skandal eine neue Dimension erreicht und erstmals weitere Sportarten unter Generalverdacht gestellt. Jetzt werden vor allem die weiteren Konsequenzen für den Profi-Sport diskutiert. Nur Jan Ullrich schweigt weiter.

HB NEUSS. Mit dem Geständnis des langjährigen Olympiaarztes Georg Huber hat der Skandal die Grenzen des Radsports verlassen, wobei das gesamte Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist. In wieweit dagegen der beharrlich schweigende Jan Ullrich im Dopingnetz eingespannt war, scheint nach weiteren Anschuldigungen des früheren Telekom-Masseurs Jef d'Hont mehr und mehr deutlich zu werden. Sein früherer Teamkollege Erik Zabel muss sich bis Dienstag gedulden, wenn dann die endgültige Entscheidung über seine Zukunft beim Team Milram fallen wird.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will angesichts der Schreckensmeldungen ein Anti-Doping-Gesetz forcieren. Das kündigte der auch für den Sport zuständige CDU-Politiker der Bild am Sonntag. „Das Vertrauen, das zerstört wurde, ist immens. Meine große Sorge ist jetzt, dass die Doping-Enthüllungen nicht auf den Radsport begrenzt bleiben“, meinte Schäuble weiter.

Nachdem die Doping-Geständnisse von Bert Dietz, über Zabel, Rolf Aldag bishin zu Bjarne Riis die deutsche und internationale Sportwelt erschüttert haben, sorgte der Freiburger Mediziner Georg Huber mit seiner Beichte für einen neuen Tiefpunkt. Der 64-Jährige gestand, einzelnen Nachwuchsfahrern zwischen 1980 und 1990 das leistungssteigernde Hormon Testosteron verabreicht zu haben. Er habe nach eigenen Angaben so gehandelt, „um Schlimmeres zu verhüten“.

Huber ist im deutschen Sport kein Unbekannter. Der Arzt war nicht nur seit 1972 im Radsport tätig, sondern betreute bei zwölf Olympischen Spielen deutsche Sportler und war ab 1980 für die Ausstattung der deutschen Olympia-Apotheken zuständig. Seit 1986 war er auch Verbandsarzt und Anti-Doping-Beauftragter des Behindertensportverbandes und seit 1996 veranwortlicher Verbandsarzt des deutschen Skiverbandes für den Bereich Leistungsdiagnostik. Von 1998 bis 2004 war er außerdem betreuender Arzt bei den Paralympics. 2005 wurde er als Sportarzt des Jahres ausgezeichnet.

Sowohl der Deutsche Ski-Verband (DSV) als auch der Behindertensportverband (DBS) kündigten am Sonntag ein Ende der Zusammenarbeit mit Huber an. Bereits am Samstag hatten die Uniklinik Freiburg und der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gehandelt und den Mediziner suspendiert. Die Uniklinik gerät derweil immer mehr in Verruf, nachdem bereits die beiden Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid ihre Verwicklung im Telekom-Skandal eingestanden hatten.

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